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Kehren, klettern, kitten: Die Straßenmeisterei Pongau packt den Winter ein

Insgesamt fünf Straßenmeistereien gibt es im Bundesland Salzburg in Österreich. Sie sorgen tagtäglich dafür, dass der Verkehr auf den rund 1400 Kilometern Straße reibungslos fließen kann. Eine davon ist die Straßenmeisterei Pongau.

Momentan wird im Pongau der Winter „einpackt“ – so nennt es Straßenmeister Johann Mußbacher, wenn seine Leute Frühjahrsputz machen und den letzten Splitt, die letzten Salzspuren von den Straßen und Gehsteigen fegen. Wirklich viel war es heuer nicht, Mußbacher schätzt den Streusalzverbrauch auf rund 3000 Tonnen, gerade mal die Hälfte davon, was sonst in stärkeren Wintern verbraucht wird. Dennoch hat die Kälte ihre Spuren hinterlassen – vor allem an den Straßenböschungen. Dort werden die Männer im Frühjahr knapp zwei Monate lang damit beschäftigt sein, das lose Steinmaterial abzutragen – an Seilen gesichert, weil die Böschungen an der Schluchtstrecke zwischen Bischofshofen und Mühlbach extrem steil sind.  

Die Arbeit an der Straße ist nicht ungefährlich

Überhaupt: Die tägliche Arbeit an den Straßen ist für die Mitarbeiter der Straßenmeisterei nicht ganz ungefährlich. „Mit einem Auge die Arbeit, mit dem anderen den Verkehr im Blick haben – so läuft das bei uns. Wir mussten schon oft genug brenzlige Situationen erleben, wenn Autofahrer durch ihr Handy abgelenkt waren und unsere Arbeiter gar nicht wahrgenommen haben“, erzählt Mußbacher. „Da appellieren wir wirklich zu mehr Vorsicht.“ Die ist auch angesagt, wenn es für die Männer Anfang Mai wieder ans Reinigen der Pongauer Tunnel geht. Gearbeitet wird dann vorwiegend nachts, um den Verkehr nicht zu stark zu behindern: „Das Problem ist der Sprühnebel, den wir mit unseren Waschwägen erzeugen“, erklärt Mußbacher. Der nämlich würde den Autofahrern die Sicht nehmen und Auffahrunfälle provozieren. „Nachts, wenn nur wenige Autos unterwegs sind, kommen wir da einfach schneller voran.“

Ein Problem: Achtlos entsorgter Müll

Zeit ist also auch in der Straßenmeisterei Pongau Mangelware. Die Arbeit jedenfalls scheint den insgesamt 58 Mitarbeitern nicht auszugehen. Neben Gehölzpflege, Reinigungsarbeiten, Straßenbeschilderungen, der Reparatur der eigenen Gerätschaften und der Instandhaltung der Fahrbahn – um nur einige der zahlreichen Aufgaben der Straßenmeisterei zu nennen – kontrollieren jeden Tag zwei Mitarbeiter vom Streckendienst die 300 km der Pongauer Landesstraßen nach Flurschäden, umgefallenen Leitpflöcken oder Müll. Der habe in den letzten Jahren massiv zugenommen, beklagt Mußbacher. „Die Leute werfen alles aus dem Fenster: Von der Windel, über haufenweise Dosen, bis zu Plastikflaschen, Fast-Food-Tüten und Coffe-to-go-Bechern. Das verärgert nicht nur die Landwirte und beschert uns einen Haufen Arbeit – so eine Dose kann auch schnell zu einem gefährlichen Geschoss werden.“ Das können im Pongau übrigens auch Steine und Felsbrocken. Das Gebiet durchqueren viele Pässe und Schluchtstrecken, die höchst steinschlaggefährdet sind. Die Steinschlagnetze, die Straßen und Autos schützen sollen, werden deshalb regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf erneuert. „Da setzen wir immer auf den neuesten Stand der Technik“, versichert Mußbacher. Sollte doch mal was passieren, gilt es, die Unfallstelle zuverlässig abzusperren und für den kommenden Verkehr zu sichern. Rund um die Uhr in Rufbereitschaft ist die Straßenmeisterei in solchen Fällen natürlich immer schnell zur Stelle – damit der Verkehr auch in Zukunft reibungslos durchs Pongau fließen kann.

Fakten zur Straßenmeisterei Pongau:

Straßenmeister: Johann Mußbacher
Mitarbeiter: 58
Aufgaben: Streckenkontrolle, Straßeninstandhaltung, Straßensicherheit, Winterdienst, Gehölz- und Grünflächenpflege
Fuhrpark: 13 Lkw, 5 Unimogs, 2 Radlader, 8 Busse, 3 Pkw, 1 Tieflader, 1 Kehrmaschine, 2 Kanalsaugwägen
Verantwortungsbereich: 300 km Straßennetz
Fläche Pongau: 1755,37 km2

Text: Cosima Holl -Redaktion Bauhof-online.de
Bilder: Straßenmeisterei Pongau

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