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JCB Midibagger helfen bei der Bergung des „Kölner Stadtgedächtnisses“

JCB Midibagger 8085 ZTS ausgerüstet mit einem Grabenräumlöffel bei der Verfüllung der Geomatte.

JCB Midibagger 8085 ZTS beim Bergen von Archivgut.

JCB Midibagger 8055 ZTS bei der Bestückung der Sortierfläche im Nassbereich (Waschstation) der Baustelle.

Als am Mittag des 3. März 2009 an der Severinstraße in Köln das Gelände zu beben begann und kurz darauf um 13.58 Uhr das Historische Stadtarchiv komplett einstürzte und zwei Nachbargebäude größtenteils zusammenbrachen, war das eines der dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte. Zwei junge Menschen verloren ihr Leben, 36 Anwohner ihr Zuhause und 30 Regalkilometer Zeugnisse Kölner und Rheinischer Stadtgeschichte mit europäischer Bedeutung schienen vernichtet. Wissenschaftler sprachen davon, dass das „Gedächtnis der Stadt“ ausgelöscht worden sei.

Höchstwahrscheinlich war das Unglück die Folge der ausgedehnten U-Bahn-Erweiterung - des Nord-Süd-Baus - von der sich in unmittelbarer Nähe eine 28 m tiefe Baugrube befand.

Sechs überirdische Etagen des Stadtarchivs sowie dessen Kellergeschoss füllten nun mit Archivgut durchmischt gut die Hälfte des hier derzeit entstehenden, unterirdischen Gleiswechselbauwerkes aus. Kurz nach der Meldung des Einsturzes bei der Kölner Feuerwehr durch einen Anwohner und bekannt werden des Ausmaßes wurde sehr schnell ein Großalarm ausgelöst. Zahlreiche Hilfs- und Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und THW eilten an den Unglücksort.

Während der folgenden Monate wurden umfangreiche Ermittlungen hinsichtlich der Schadensursache durchgeführt. Bis heute dauern diese an. Parallel förderten die Berufsfeuerwehr der Stadt Köln und das Technische Hilfswerk (THW) unter der Begleitung der Restauratoren und Mitarbeiter des Historischen Stadtarchivs stetig mehr Archivgut zu Tage und lagerten dieses ein. Mit Erreichen des Grundwasserspiegels musste die oberirdische Bergung eingestellt werden, da eine Fortsetzung dieser Arbeiten zu gefährlich gewesen wäre. 85 % des Kulturgutes war mittlerweile geborgen.

Es wurde entschieden, die unterhalb des Grundwasserspiegels verschütteten Archivgüter unter dem Schutz einer statisch dimensionierten Bergungsbaugrube zu bergen. Eine Ausschreibung dieser Gesamtleistung unter präqualifizierten Spezialtiefbauunternehmen folgte. Den Zuschlag erhielt die Firma DEMLER Spezialtiefbau GmbH & Co. KG, Netphen - ein namhafter Full-Service-Anbieter für diesen Bereich. Von der Erstberatung, über die Statik bis hin zur Ausführung auf der Baustelle ist DEMLER seinen Kunden seit über 75 Jahren ein kompetenter Partner für Teil- und Komplettlösungen im Spezialtiefbau.

In Köln begann das Unternehmen nach umfangreichen statischen Vorplanungen die sogenannte „Bergebaugrube“ herzustellen, um den Mitarbeitern des Historischen Stadtarchivs und ihren Helfern auch noch die Bergung der restlichen 15 % an Archivgutmaterial zu ermöglichen. Dazu musste das Gelände für die weiteren Bergungsarbeiten mit Hilfe einer Bohrpfahlwand  gesichert werden. Vorab wurde geogitterbewehrte Erde installiert, welche den bis zu 120 Tonnen schweren Bohrpfahlgeräten eine sichere Arbeitsebene gewährleisten sollte. Die im Anschluss daran eingebrachte ca. 30 m tiefe Bohrpfahlwand im Durchmesser von 1,20 m wurde mit Verpressankern sowie Mikropfählen, Stahlrohrsteifen und Stahlbetongurtbalken ausgesteift, um den geplanten Unterwasseraushub inkl. Archivgutbergung ermöglichen zu können. Somit konnte gleichzeitig der Verbruchtrichter gestützt werden.

So gesichert wurde die letzte Bergungsphase vollzogen. Im Gegensatz zu den ersten beiden Arbeitsabschnitten über dem Grundwasserspiegel erfolgte die Bergung der restlichen Archivalien größtenteils unter Einsatz empfindlicher Sonartechnik und mit Tauchern. Für alle Beteiligten stellte dies eine große Herausforderung dar. Die Restauratoren des Historischen Stadtarchivs und deren Helfer sowie die Mitarbeiter der Fa. DEMLER arbeiteten unter Hochdruck und mit Hilfe von verschiedenen Erdbaugeräten, um der Stadt Köln ihr „Stadtgedächtnis“ zu erhalten.

Die Firma DEMLER, die ihren hochmodernen Maschinenpark zum überwiegenden Teil durch Mietmaschinen von ihrem Partnerunternehmen DEMCO Baumaschinen GmbH, Netphen und speziell hier im Einzugsgebiet von Köln von deren Tochtergesellschaft DEMCO JCB Vertrieb & Service GmbH rekrutiert, setzt auf die innovativen Maschinen aus dem Hause JCB. Hier auf der Baustelle gezielt auf die Midibagger 8055 und 8085 ZTS, Mobilbagger JS175W und JS200W mit Sortiergreifer und 2-Schalengreifer, Hydraulikbagger JS200LC mit 2-Schalengreifer, Kompaktradlader 409, Radlader 426HT Wastemaster und nicht zuletzt auf einen Lichtmast LT9. Gerade für ein solch aufmerksamstarkes Projekt wie dieses muss man sich auf seine Partner hundertprozentig verlassen können. DEMLER hat diese zuverlässigen Helfer schon seit längerer Zeit gefunden. Die JCB Deutschland GmbH, Köln steht dem Unternehmen als Garant für robuste und einsatzstarke Maschinen mit breitem Anbaugeräte- und Zubehörprogramm zur Seite, und mit der DEMCO JCB Vertrieb und Service GmbH sind sowohl die Beratung, die Mietabwicklung als auch der 24-Stunden-Service vor Ort optimal gesichert.

Für einen wahren Dauereinsatz orderte das Unternehmen die JCB Midibagger 8055 und 8085 ZTS. Die 5- und 8-Tonnen Allrounder mit Schwenkausleger und Kurzheck waren bei gewichtigen Aufgaben dabei. Dabei arbeitete der 8085 ZTS mit der Leistung und Präzision eines großen Baggers sicher, robust, produktiv und zuverlässig. Ausgestattet mit speziellen Gummipolstern und elektroproportionaler Steuerung für die Zusatzhydraulik wurde er in die Baugrube zwischen die Aussteifung positioniert, um mit allerhöchster Vorsicht nach Archivgut zu suchen.

Zunächst fand er seinen Einsatz ausgerüstet mit einem Grabenräumlöffel beim Einbau der Geomatte. Hier übernahm er die Verfüllung und verteilte das Schüttgut, das ihm sein großer Bruder, ein JCB Mobilbagger JS175W zuführte. Später folgte der Einsatz mit einem Betonfräsrad in der Nähe der Pfahlwand. Sein kleiner Bruder, der 8055 ZTS übernahm ebenfalls einen gewichtigen Part. Unter Verwendung eines 60er Löffels arbeitete er bei der direkten Bergung und Sichtung von Archivgut auf der Sortierfläche im Nassbereich (Waschstation) der Baustelle direkt Hand in Hand mit den Restauratoren und Mitarbeitern des Kölner Stadtarchivs. Somit konnte der größte Teil des sich noch unterhalb des Grundwasserspiegels verschütteten Archivguts noch geborgen und gesichert werden.

Mittlerweile wurden die Bergungsarbeiten zum Herbst des Jahres abgeschlossen und die gezielte Vorbereitung der Baugrube für die weitere Verwendung hat begonnen.

Alles in allem ein wahrhaft historischer Einsatz für die JCB Midibagger und für das in Köln ansässige Unternehmen JCB einmal mehr eine positive Verbindung zu seinem deutschen Standort.

www.jcb.com

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