Top-News

JCB Kettenbagger JS360 Longreach gräbt Bomber aus

Der erste von JCB produzierte, mit Stufe IIIB (Tier 4 Interim) kompatible Kettenbagger JS360LR Longreach hat eine maßgebliche Rolle bei der Ausgrabung der Trümmer eines Lancaster-Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg gespielt. Dieser war am D-Day, also am 6. Juni 1944, in der Normandie abgeschossen worden.  Die Maschine, die Eigentum des französischen Verleih- und Tiefbauunternehmens Christophe Beaussire aus Catz in der Normandie ist, wurde zusammen mit einem JCB Kettenbagger JS220 und einem JS240, einem JCB Teleskoplader sowie einem JCB Fastrac unentgeltlich zur Nutzung überlassen, um die schwierigen Ausgrabungsarbeiten durchzuführen.

Der Absturzort, der fast 70 Jahre lang unentdeckt geblieben war, wurde von dem britischen Luftfahrtarchäologen und Historiker Tony Graves gefunden. Er hatte das Gebiet durchsucht, nachdem er von dem Absturz eines amerikanischen Kampfflugzeugs gelesen hatte. Als er jedoch die Stelle vor zweieinhalb Jahren fand, entdeckte er bei dem Krater rund 300 Patronen britischer Munition. Außerdem fand er in der Nähe einen Ring, der Flight Lieutenant Albert Chambers DFC aus Normanton in Derbyshire gehört hatte. Er war Besatzungsmitglied der Lancaster ND739 gewesen.

Der von Wing Commander Jimmy Carter geflogene Bomber war am Morgen des D-Day vom britischen Luftwaffenstützpunkt Coningsby in Lincolnshire gestartet, um vor der Landung der Invasion einen Angriff auf Geschützstellungen am Pointe du Hoc an der normannischen Küste zu fliegen. Nach einer erfolgreichen Mission war das Flugzeug auf dem Rückweg nach England, als es in der Nähe von Carentan abgeschossen wurde. Der genaue Ort war jedoch bis heute unentdeckt geblieben.

Graves erhielt im letzten Jahr von dem Landwirt und der französischen Regierung die Erlaubnis, den Standort auszugraben und die Überreste des Flugzeuges zu finden. Dabei setzte er einen 25-Tonnen-Bagger ein, den er bei einer Firma vor Ort gemietet hatte. Die Bodenverhältnisse waren jedoch so schlecht, dass die Maschine selbst von der Grabungsstätte geborgen werden musste, bevor das Flugzeug gefunden wurde.

Durch Einsatz des JS360LR Longreach-Baggers von Beaussire mit seiner erweiterten Grabtiefe konnte das Unternehmen den Bereich vorsichtig ausbaggern, ohne die schweren Maschinen in den weichen Boden im Grabungsgelände fahren zu müssen.

„Ohne den Longreach von JCB wäre das einfach nicht möglich gewesen“, sagt Graves. „Er war entscheidend für den Erfolg dieser Grabung und hat uns erlaubt, bis auf eine Tiefe von gut 9 Metern vorzudringen.“

Die Grabung brachte Hunderte von verbogenen Teilen zutage, die als von dem Lancaster-Bomber Mk II stammend identifiziert wurden. Ebenso gefunden wurden die Merlin-Motoren, die 300 Patronen Munition, Propellerblätter und Luftschraubennaben. Doch die erschütterndsten Entdeckungen waren persönliche Gegenstände, darunter ein Fetzen einer RAF-Uniform mit Ordensbändern, eine zerquetschte Bomberkommando-Pfeife, ein silbernes Zigarettenetui und zwei zerrissene Wollpullover der britischen Luftwaffe.

„Das Ziel der Grabung war es immer gewesen, die sterblichen Überreste der Besatzung zu bergen“, erklärt Graves. „Sie waren und sind seit jeher als vermisst bzw. verschollen registriert und wir wollten ihnen eine letzte namentliche Ruhestätte geben. Da wir keine menschlichen Überreste und nur vier intakte Fallschirme an der Stelle gefunden haben, können wir nur annehmen, dass sie als unbekannt begraben wurden.“

Die Flugzeugtrümmer werden in ein Museum in der Nähe von Utah Beach gebracht, wo sie zusammen mit anderen Erinnerungsstücken aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt werden. Graves setzt indes seine Suche nach den Fliegern fort, darunter Wing Commander Carter DFC, Squadron Leader Martin Bryan-Smith DFC, Flight Lieutenant Albert Chambers DFC, Flight Lieutenant Henry Jeffery DFM, Acting Flight Sergeant Guy Dunning DFM, Acting Flight Sergeant Frank Watson DFM, der australische Flight Lieutenant Ronald Conley DFC und der kanadische Flight Lieutenant Herbert Reiger.

Christophe Beaussire betreibt einen Fuhrpark aus mehr als 60 JCB Baggern, die für eigene Tiefbauprojekte des Unternehmens eingesetzt und darüber hinaus mit oder ohne Bediener vermietet werden. Das 1994 gegründete Unternehmen hat über 80 Mitarbeiter und ist in ganz Frankreich tätig. Der JS360LR ist das neueste Modell in dem wachsenden Fuhrpark des Betriebs.

Die Maschine mit einem Gewicht von 42 Tonnen wird von einem mit Stufe IIIB (Tier 4 Interim) kompatiblen Isuzu-Dieselmotor angetrieben. Der Longreach-Bagger mit einem Ausleger von 12,23 m Länge hat eine maximale Reichweite von 21.103 mm und eine maximale Grabtiefe von 17.039 mm. Der JS360 gehört zu dem von JCB produzierten Baggerprogramm JS, das aus 17 Modellen besteht.

www.jcb.com

Nach oben
facebook youtube twitter Instagram rss