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IFAT CHINA 2008: E-Schrott-Recycling oben auf der Agenda

Die Volksrepublik China will ihre Standards bei der Verwertung von Computern, Fernsehern, Kühlschränken und Co. anheben. Nach und nach entsteht hierzu ein rechtlicher Rahmen. Außerdem sollen in Zukunft nach europäischem Vorbild auch die Elektro- und Elektronikhersteller bei der Entsorgung ihrer Produkte in die Pflicht genommen werden. Im Rahmen der IFAT CHINA 2008, die von 23. bis 25. September in Shanghai stattfindet, plant das deutsche Bundesumweltministerium eine bilaterale Diskussionsveranstaltung zum umweltgerechten Umgang mit Elektroschrott.
 
Nach chinesischen Schätzungen fallen in der Volksrepublik jährlich zwischen einer und zwei Millionen Tonnen an Elektroschrott an ‑ mit einer erwarteten Steigerung von jährlich fünf bis zehn Prozent. Neben den inländischen Altgeräten kommen zudem große Mengen aus Japan, Russland, den USA und Westeuropa zur Verwertung und Entsorgung ins Reich der Mitte. Eine Forschergruppe der Hongkonger Baptist University geht davon aus, dass rund 70 Prozent aller gebrauchten Computer, Mobiltelefone und anderer zum Recycling vorgesehenen Elektronikgeräte der Welt inzwischen in China landen. In der Regel illegal, denn die Volksrepublik hat bereits im Jahr 2002 den Import von Elektroschrott verboten.

Das Recycling dieser Materialströme findet im Reich der Mitte häufig noch unter ungenügenden Umwelt-, Sicherheits- und Gesundheitsstandards statt. Deshalb plant die chinesische Staatsregierung, das Recycling von Elektroschrott neu zu ordnen ‑ zum einen durch das Schaffen rechtlicher Rahmenbedingungen, zum anderen durch das Errichten von modernen Recyclingzentren.

Wie die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) berichtet, setzt China große Hoffnungen auf die im Februar dieses Jahres in Kraft getretenen Verwaltungsregeln zur Kontrolle der Umweltbelastung durch Elektroschrott. Demnach wird das chinesische Umweltministerium eine Liste qualifizierter Recyclingunternehmen für Elektroschrott erstellen, in die auch Firmen mit ausländischem Investitionsanteil aufgenommen werden können. Die von ihnen eingesetzten Technologien müssen den nationalen Umweltstandards entsprechen; regelmäßige Kontrollen sind vorgesehen. Darüber hinaus ist die Weiterleitung von unvollständig behandeltem Elektroschrott an nicht auf der Liste geführter Unternehmen verboten.
 
In der Pipeline ist laut bfai derzeit auch eine Verwaltungsbestimmung über das Recycling von Haushaltselektronikgeräten. Bei strengem Vollzug wird sie den illegalen Recyclingaktivitäten einen Riegel vorschieben, denn sie soll die Einrichtung eines Systems für Rücknahmestellen, Recycler und Entsorger präzisieren. Die wenigen derzeit bestehenden, modernen Recyclinganlagen in China haben noch Pilotcharakter und kämpfen mit ungenügend organisierten Rücknahmesystemen.
Auch die Kostenfrage soll durch die Verwaltungsbestimmung über das Recycling von Haushaltselektronikgeräten geregelt werden. Unter anderem sollen die Hersteller von Elektro- und Elektronikprodukten zur Deckung der Recyclingkosten beitragen.
 
Das deutsche Bundesumweltministerium ist sehr daran interessiert, die mit China auf mehreren Gebieten des Umweltmanagements bestehende Kooperation – dies betrifft auch die geregelte Entsorgung von Elektronikschrott – fortzusetzen und zu intensivieren. Im Hinblick auf die Größe des chinesischen Elektronikmarktes wird dem Einsatz Energie- und Ressourcen sparender Entsorgungstechnologien in China globale umweltpolitische Bedeutung zugeschrieben. Da sich die deutsche Entsorgungsbranche im Hinblick auf ihre Innovations- und Technologieorientierung einen hervorragenden Ruf erworben hat, bestehen für deutsche Unternehmen der Recyclingwirtschaft auf dem chinesischen Markt gute Geschäftschancen. Nach einem chinesisch-deutschen Workshop über den umweltgerechten Umgang mit Elektroschrott zu Beginn dieses Jahres in Beijing ist geplant, auf der IFAT China eine weitere bilaterale Diskussionsveranstaltung zu diesem Themenfeld durchzuführen. Ziel des Workshops, an dem voraussichtlich neben hochrangigen Vertretern der chinesischen Administration auch die Parlamentarische Staatssekretärin Astrid Klug sowie Vertreter aus der Wirtschaft teilnehmen werden, ist die Vertiefung des Austauschs zu den in beiden Ländern erreichten rechtlichen und technischen Standards sowie den Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der E-Schrottbehandlung auf möglichst hohem Niveau.
 
Parallel zur IFAT CHINA 2008 findet in den Hallen E4 und E5 des Shanghai New International Expo Centres zum vierten Mal die analytica China, die Internationale Fachmesse für Instrumentelle Analytik, Labortechnik und Biotechnologie, statt. Weitere Informationen gibt es unter http://www.analyticachina.com

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