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IFAT 2024 Kommunale Digitalisierung

Bei der diesjährigen IFAT haben sich Besucher und Aussteller mit einer Vielzahl an Themen beschäftigt, darunter auch mit der Digitalisierung von Kommunen. In der Abfallwirtschaft findet die digitale Transformation bereits statt. Unter anderem sind Gesetze und Verordnungen aus der nationalen und internationalen Politik der Auslöser für entsprechende Entwicklungen. Damit Mitarbeiter die technischen Neuerungen bestmöglich verstehen, bieten zahlreiche Unternehmen Schulungen an.

Lesedauer: min | Bildquelle: David Herwede
Von: David Herwede

Produktmanager Rainer Ilg von der Axians Athos GmbH macht auf das „Onlinezugangsgesetz“ aufmerksam, das 2017 vom Bundesinnenministerium verabschiedet worden war. Es sah vor, dass alle Behörden ihre Dienstleistungen bis Ende 2022 auch digital anbieten mussten. Die Firma aus Sindelfingen entwickelt verschiedene digitale Lösungen für kommunale Bereiche wie Straßenreinigung und Winterdienst. Auch die Abfallwirtschaft ist dabei ein Thema, weshalb ein ERP („Enterprise-Resource-Planning-System“) entwickelt wurde, das die Behälter-Verwaltung erleichtert. Über eine KI („Künstliche Intelligenz“) können so sogar Störstoffe im Müll erkannt und analysiert werden.

Multifunktionelle Sensoren in Mülltonnen

Wie genau die Digitalisierung in der Abfallwirtschaft aussehen kann, zeigt auch Sensoneo-CEO Martin Basila. Die Sensoren der slowakischen Firma stammen aus eigener Produktion und erkennen jede Art von Abfall in Behältern unterschiedlichster Art und Größe. Neben GPS-Tracking oder einem Neigungsalarm nimmt das intelligente Sensorik-System vor allem Füllstandsmessungen mittels Ultraschall vor. Nach einer einfachen Installation auf dem Container senden die Sensoren, die mittlerweile weltweit in etwa 85 Ländern eingesetzt werden, gesammelte Daten zum Beispiel an ein LoRaWAN (Long Range Wide Area Network).

Für Restmüll- und Wertstoffbehälter hat die emz - environmental technology GmbH das patentierte Zugangskontrollsystem egate digi entworfen, das 2019 mit dem German Innovation Award ausgezeichnet wurde. Neben dem Sammeln von Informationen über den Zustand und den Standort der Behälter ist das System für das Öffnen und Schließen von Container-Schlössern verantwortlich. Auch hier sind die Sensoren mit einem geringen Installationsaufwand in die Behälter verbaut. Niedrige Kosten, eine einfache Wartung und die Bedienung über eine iOS- oder Android-App zeichnen dabei die hohe Nutzerfreundlichkeit des Systems aus. Laut Tim Rothauscher aus dem Sales-Bereich sei das E-Gate in Ländern wie Frankreich und Italien bereits etabliert und im deutschen Recycling-Bereich unlängst angekommen.

Produktivitäts-Steigerung durch Flottenmanagement

Mit ihrer Telematik-Lösung MAWIS U2 bietet die MOBA Mobile Automation AG eine moderne Plattform zum Flottenmanagement in der Abfallwirtschaft. Die von den Sensoren gesammelten Messdaten werden hier an eine Cloud gesendet und über einen installierbaren Bordcomputer mit MAWIS U2-Software abgerufen. Auch die MAWIS-App bietet sich für das Auswerten der Daten an. So zeichnet das System beispielsweise auch die Sammeltour-Routen auf und stellt diese für Ersatzfahrer zur Verfügung. Verschiedene Schnittstellen wie der offene „CANbus“ ermöglichen dabei eine nahtlose Integration in verschiedenste Lösungen. Laut Thomas Braun, Head of Marketing, arbeite die MOBA AG deshalb in Zukunft noch enger mit Drittanbietern zusammen.

Komatsus Portfolio umfasst mit dem kabellosen Monitoring-System KOMTRAX ein Produkt, das bereits seit 2006 standartmäßig in den hergestellten Fahrzeugen zu finden ist. Ein in der Fahrerkabine verbautes Android-Tablet macht dabei die Installation zusätzlicher Hardware überflüssig. Weil so auch ungewöhnliche Standortänderungen, Kraftstoffdiebstahl oder Fehlercodes gemeldet werden, bietet die Software in erster Linie zusätzliche Sicherheit. Lars Lüder aus dem Marketing-Support weist aber auch darauf hin, dass die Arbeit mit KOMTRAX zu einer Reduktion des Kraftstoffverbrauchs sowie zu einer Steigerung der Produktivität führen könne. Es sei deshalb empfehlenswert, sich bei den internen Schulungen mit dem System zu befassen.

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Offener Zugang bei hoher Sicherheit

Mit einer kompletten Telematik für OEMs („Original Equipment Manufacturer“) wirbt die Proemion GmbH über ihr Fleet-Management-System Global Connectivity. Eine „CANlink mobile“-Hardware sendet hier Fehlercodes, Warnungen und Lokalisierungen über das 4G-Netzwerk an die entsprechende „DataPlatform“-Cloud. Von hier aus werden die Informationen über ein „DataPortal“ sowie über Apps, Tools oder ERP-Systeme abgerufen. Zur Erstellung eigener Servicepläne dienen API-Schnittstellen („Application Programming Interface“). Obwohl auch diese Lösung bereits seit 2007 erhältlich ist, reagierten Originalgerätehersteller ab und an noch verhalten darauf. Philipp Maul, Lead Marketing, erklärt: „Das System ist nicht günstig, deshalb kann es passieren, dass es zu einer Frustration durch die Kosten kommt. Die Investition führt aber auch zu Modernisierungs-Möglichkeiten und damit letztlich zu einer Kosten-Ersparnis. OEMs müssen in dieser Hinsicht umdenken.“

Lösungen aus dem digitalen Umfeld haben also zumeist das Ziel, einen geschlossenen Kreislauf zu schaffen, in dem Ressourcen möglichst effizient genutzt und Umweltauswirkungen minimiert werden. Genau diesem Ziel hat sich auch die Bosch Rexroth AG gewidmet und eine komplette Automatisierungs-Lösung namens ctrlX AUTOMATION entworfen. Zusammensetzbare („composable“) Soft- und Hardwarekomponenten laufen hier mit „Linux Real Time“ und die umfangreiche Produktpalette hilft beim Erstellen eines Automatisierungs-Umfelds für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete. So können beispielsweise auch eigene Apps entwickelt werden. Im Partnernetzwerk „ctrlX World“ bieten Drittanbieter ihre Lösungen dann in einem Store an. Anwender können diese Apps nahtlos in ihre Devices, die mit dem Betriebssystem „ctrlX OS“ arbeiten, integrieren. Laut Michael Haun, Senior Business Development, sei hierbei vor allem die Kombination aus offenem Zugang und hoher Sicherheit eine Anforderung gewesen. „CtrlX AUTOMATION“-Produkte wären nach Secure-by-Design konzipiert und befänden sich auf einem konstant hohen Security-Level.

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