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Hydraulisches Start-Stopp-System für Weycor-Radlader

Atlas Weyhausen bringt Prinzip zur Serienreife – Kraftstoffersparnis 10 - 12%

Der Radlader-Hersteller Atlas Weyhausen aus Wildeshausen hat ein Start-Stopp-System für seine Weycor-Radlader entwickelt, das eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bis zu 12% ergibt.

Bei der Entwicklung orientierte man sich am bekannten Start-Stopp-System bei Automobilen, bei dem der Motor abgeschaltet wird, sobald das Fahrzeug zum Stillstand gekommen ist und weitere Voraussetzungen für das Abschalten des Motors erfüllt sind. Bei den Radladern war jedoch zu berücksichtigen, dass diese nicht nur fahren, sondern besonders schwer arbeiten. Wenn kein Energiebedarf aus den Arbeits-und Fahrfunktionen des Radladers mehr besteht, kann der Dieselmotor abgeschaltet werden. Wesentliche Voraussetzung jedoch ist eine ausreichende Kraftreserve, um den Motor wieder zu starten. Bei Automobilen wird klassisch mit dem Anlasser und Zahnkranz gestartet – was zu einem erhöhten Verschleiß führt. Um dies bei den Weycor-Radladern zu vermeiden nutzt man die Kraft der Hydraulik.

Mittels Systemoptimierung und elektronischer Regelung wird Überschussenergie aus dem Hydrauliksystem in einem Druckbehälter gespeichert. Der Ölstrom wird dazu in den Druckspeicher (300bar) geleitet, der mit dem Ausgleichsbehälter bei einer Heizungsanlage vergleichbar ist. Der Behälter ist mit einer Membran geteilt und eine Hälfte ist mit Stickstoff gefüllt. Wird nun der Ölstrom in den Speicher geleitet, steigt der Druck im Behälter, der Stickstoff wird komprimiert und der Energiegehalt steigt. Der Druckspeicher besteht aus lediglich drei Einheiten mit einem Volumen von je 0.75 l, das entspricht einer Wasserflasche.

Ist der Radlader nun im Einsatz und wird eine definierte Zeit nicht genutzt oder belastet, schaltet der Motor automatisch ab, wenn über die Elektronik geprüft wurde, ob genügend Druck, sprich Energie im Druckspeicher vorhanden ist, um den Motor neu zu starten. Berührt der Fahrer den Joystick, ein Pedal, das Lenkrad oder steigt wieder in die Maschine ein, startet der Motor sofort und erreicht aufgrund einer sehr hohen Winkelbeschleunigung seine optimale Drehzahl. Dies geschieht wesentlich schneller als bei einer Beschleunigung von Leerlauf auf Vollgas oder auch als beim Start mit dem Schlüssel. Für den Neu-Start wird der Öldruck aus dem Druckspeicher auf die Axialkolbeneinheit geleitet und mit nur 1,5 Umdrehungen wird der Dieselmotor wieder gestartet.

Diese Start-Stopp-Funktion ist auch ohne zusätzliche Pumpen- oder Motor-Systeme möglich, wenn die vorhandene Arbeitshydraulikpumpe als durchschwenkbare Variante vorhanden ist und als Hydromotor fungiert um den Dieselmotor wieder zu starten.

Mit über 150.000 Start-Stopp-Zyklen hat Atlas Weyhausen das System an Radladern der Typen AR 65e und AR 75e erprobt und zur Serienreife gebracht.

Die Anzahl der Zyklen entspricht in etwa den klassischen Starts und Stopps eines Zeitraums von zehn Jahren. Ein wesentlicher Punkt jedoch ist, dass die Arbeit mit dem Radlader nicht beeinträchtigt wird und der Fahrer vom Stillstand des Motors nichts merkt – außer dass er keine Motorgeräusche hört.
Die Reduzierung des Kraftstoffverbrauches errechnet sich aus der Tatsache, dass nach Aussagen vieler Betreiber Kompaktradlader in ihrem Lebenszyklus ca. 1/3 der Betriebsstunden im Leerlauf aufbauen. Wenn also ein Radlader in 10 Jahren ca. 10.000 Betriebsstunden ansammelt, entfallen auf den Leerlauf allein 3.000 – 3500 Stunden. Im Leerlauf benötigt ein moderner Dieselmotor in einem Kompaktradlader ca. 2,0 bis 2,2 Liter in der Betriebsstunde. Damit können durch die Start-Stopp-Funktion in 10 Jahren 6.000 – 7.500 Liter Diesel eingespart werden.

Der Serienstart für die Start-Stopp-Komponente, die nicht nachgerüstet werden kann, ist für März 2016 vorgesehen. Als erstes Modell wird der Weycor Radlader AR 65e mit dem System erhältlich sein. Zuvor werden fünf Modelle im realen täglichen Baustelleneinsatz noch einmal gründlich getestet.

www.weycor.de

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