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Hochwasserschutz auf der IFAT 2008: Mobile Maßnahmen gegen Wassermassen

Die dichte Folge von extremen Hochwassern der letzten Jahre und die düsteren Prognosen der Klimaforscher haben technische Schutzmaßnahmen auf den Agenden von Städten und Gemeinden weit nach oben gespült. Als weltgrößte Umweltmesse wird sich die IFAT 2008, die von 5. bis 9. Mai in München stattfindet, erstmals verstärkt dem Themenbereich Küsten- und Hochwasserschutz widmen. Der neu ausgewiesene Ausstellungsbereich umfasst Technologie- und Dienstleistungsangebote aus den Kategorien Mobiler Hochwasserschutz, Hochwasservorsorge sowie Geräte für den Katastrophen- und Notfallschutz.
 
Die wohl effektivste Variante des Hochwasserschutzes ist eine möglichst ungehinderte Ausbreitung der Wassermassen in unbebautem Gelände. In den Auen verbreitert sich der Wasserspiegel, die Fließgeschwindigkeit verlangsamt sich und der Scheitel der Hochwasserwelle geht zurück. In Dörfern und Städten hingegen sind technische Schutzbauwerke unverzichtbar. Bei der Konzeption kombinieren die Planer derzeit ortsfeste Bauten, wie Erddeiche und Mauern, zunehmend mit mobilen Elementen.
 
Deiche und Schutzmauern sind oft von Durchgängen unterbrochen, die bei normalem Wasserstand einen freien Zugang zum Gewässer ermöglichen. Bei Hochwasser werden sie in vielen Fällen mit Dammbalkensystemen geschlossen. Dabei setzen Arbeitsteams Balken in Befestigungsvorrichtungen vor Ort ein. Es entsteht eine Absperrung, die mit dem Pegel des Hochwassers bis zu ihrer Obergrenze „mitwachsen“ kann.
 
Ein traditionelles mobiles Hochwasserschutzsystem ist der Sandsack. Mit ihm wurden in der Vergangenheit häufig Deiche und Ufermauern im Bedarfsfall erhöht und geflickt. Eine Methode, die mit hohem Aufwand an Material, Zeit und Arbeitskräften verbunden ist. Hinzu kommt nach der Flut die Entsorgungsaufgabe der zum Beispiel mit ausgetretenem Heizöl kontaminierten Sandsäcke. Der Markt bietet hier mittlerweile Alternativen, zum Beispiel reih- und stapelbare Kunststoffwannen, die mit Wasser gefüllt werden. Immer häufiger setzen die Kommunen auch mobile Hochwasserschutzwände ein. Sie bestehen aus demontierbaren, senkrechten Stützen mit Haltekonstruktionen, an denen Wandelemente, meist aus Aluminium oder Kunststoff, befestigt werden.
Allen mobilen Systemen gemeinsam ist, dass sie einige Stunden Aufbauzeit benötigen. Dies setzt einen funktionierenden Hochwassernachrichtendienst und entsprechende Laufzeiten von Hochwasserwellen voraus. Deshalb sind sie in der Regel nur bei größeren Gewässern sinnvoll nutzbar.
 
Neben den mobilen Elementen gibt es ortfeste, bewegliche Schutzeinrichtungen. Dazu zählen beispielsweise aufklappbare oder herausfahrbare Wandsysteme, Fensterverschlüsse, Schutztore oder Schieber zur Sicherung der Kanalnetze.
Das Paradebeispiel für groß angelegten baulichen Hochwasserschutz in Deutschland ist derzeit Köln. Bis zum Ende dieses Jahres wird die Stadt in einem zehnjährigen Projekt in eine insgesamt 60 Kilometer lange Hochwasserschutzlinie 400 Millionen Euro investiert haben, unter anderem in zehn Kilometer mobile Wände. Der hohen Investitionssumme steht bei einem Hochwasser, das im Mittel alle 200 Jahre erreicht wird, ein verhinderter Schaden von mehreren Milliarden Euro gegenüber, rechnet das Kölner Hochwasserkompetenzcentrum vor.
 
Die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der angebotenen Systeme darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Möglichkeiten des technischen Hochwasserschutzes begrenzt sind. Es kann immer wieder ein Hochwasser geben, das die maximale Höhe der Schutzanlagen überschreitet. Auf Dauer ist vielmehr eine gesamtgesellschaftliche Vorsorge gefragt, die sich zum Beispiel in dem vom Bundesumweltministerium im Jahr 2002 erarbeiteten Fünf-Punkte-Programm zum vorbeugenden Hochwasserschutz widerspiegelt. Hierbei soll, neben dem Ansatz, den Flüssen mehr Raum zu geben, in Zukunft das Schadenspotenzial unter anderem durch eine angepasste Siedlungsentwicklung verringert werden.

Die Eröffnungspressekonferenz der IFAT 2008 findet am 5. Mai 2008 um 11:30 Uhr im Forum der Halle A4 statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.ifat.de/de/Presse/Pressetermine
 
Bitte nutzen Sie ab sofort auch die Chance, sich unter www.ifat.de/de/Presse/Akkreditierung
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