Lumidor-Geschäftsführer Oliver Bald, der die ersten fünf Laternen aufgestellt hat, hofft, dass die Gemeinde sukzessive auf seine Technik einschwenkt und die herkömmliche Beleuchtung ersetzt. „Das ist die letzte Überzeugungsarbeit, die wir machen mussten – ich gehe davon aus, dass die Technik Stück für Stück eingesetzt wird.“
Bauhofleiter Peter Disch bremst allerdings die Euphorie: „Wir befinden uns gerade in einer Testphase.“ Disch ist skeptisch, was die Qualität der LED betrifft und von der Lichtqualität noch nicht überzeugt. Erst 2009 hatte die Gemeinde zudem den Zuschuss für energetische Umrüstung auf Natriumdampflampen erhalten. Dass viele Straßenlaternen also so gut wie neu sind, trägt ebenfalls zum Zögern bei.
Oliver Bald ist sich sicher, dass die Technik funktioniert. Eine Hürde sei jedoch LED-Technik aus Fernost mit minderer Qualität. Durch die Billigproduktion sei das Vertrauen in die LED nicht da. Die in Immendingen eingesetzten und auch hier gefertigten LED hätten hingegen eine Lebensdauer von mindestens 60 000 Stunden, was bei regulärer Betriebsdauer von Straßenlaternen 15 Jahren entspreche, sagt Bald. „Nach diesen 15 Jahren ist die Helligkeit um die Hälfte reduziert, ist aber damit immer noch heller als so manche Laterne in der Gemeinde.“
Im Gegensatz zu den Natriumdampflampen ist die Umrüstung auf LED kostenintensiv: Mit 300 Euro schlägt sie zu Buche, die Umrüstung auf Natriumdampf mit nur 50 bis 60 Euro. Dafür sollen die LED-Laternen für die Lebensdauer von 15 Jahren bis auf eine Reinigung nach 7,5 Jahren wartungsfrei sein. Auf 15 Jahre gerechnet ist die Anschaffung und Wartung bei Natriumdampflampen um 100 Euro geringer, laut Bald ist der Stromverbrauch der LED aber um 375 Euro geringer.
LED verbraucht ein Achtel
„Die LED-Module können so ausgerichtet werden, wie es sinnvoll ist – und zum Beispiel bei Straßenlaternen das Modul zur Hausseite hin aussparen, denn dort will man ja kein Licht haben“, zeigt Bald auf. Bei einer Brenndauer von sechs bis acht Stunden lohne sich die Umrüstung: Nur ein Achtel verbrauche die neue Technologie. Bei kurz leuchtenden Mitteln wie etwa der Kellertreppenbeleuchtung sei die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben. Die Immendinger Kneipe „Bierstiefel“ habe schon komplett auf LED umgestellt. Da sei sogar ein Vertreter seines Stromanbieters vorbeigekommen, um zu schauen, ob alles rechtens ist – so gering sei der Verbrauch seither.
Quelle: www.schwaebische.de