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GaLaBau Otto Kittel nutzt einen Cat Deltalader 257B wegen seiner Vielseitigkeit

Das Schweizer Taschenmesser aus Berlin

Eines der Markenzeichen der Schweiz ist das Offiziersmesser, dort auch als Sackmesser bekannt, das im Hosensack beziehungsweise der Hosentasche Platz hat und ein riesiges Arsenal an Werkzeugen zusätzlich zur Klinge bietet. Es wurde ursprünglich für die Armee entwickelt, um die im Felde anfallenden Aufgaben in einem einzigen Werkzeug zu bündeln Das laut Guinnessbuch der Rekorde bislang umfangreichste Messer liefert 81 Einzelwerkzeuge für 141 unterschiedliche Funktionen, die auf einer Breite von 24 Zentimetern untergebracht sind. Ganz soweit wird es der Cat Deltalader 257B nicht bringen, den der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauer Otto Kittel über die Zeppelin Niederlassung Berlin anschaffte, aber sein Paket an Anbaugeräten kommt für eine kompakte Baumaschine dem Ursprungsgedanken des Schweizer Messers schon sehr nahe.

Betrachtet man die Möglichkeiten an Arbeitsgeräten, die Zeppelin in seinem Lieferprogramm für den Deltalader aufführt, dann wurde kaum ein Werkzeug ausgelassen, als die Bestellung bei dem leitenden Verkaufsrepräsentanten Karl-Eckhardt Kutz von der Niederlassung Berlin einging. Die Kompaktmaschine ergänzt seit Anfang Mai den Maschinenpark des Gala- und Sportplatzbauers und wurde ausgestattet mit einer Asphalt-Betonfräse, einer Baumstumpffräse, Gabelzinken, einer Klappschaufel, einem Kehrbesen und einem Hammer. Die Anbaugeräte sind so konzipiert, dass sie der Deltalader ohne Umschweife wechseln und aufnehmen kann. Im Fall der Baumstumpffräse musste die Zeppelin Niederlassung Bremen eine elektronische Ansteuerung nachrüsten, damit ihrem Einsatz nichts im Wege steht. „Alles, was übergeordnetes Wissen im Service verlangt, erledigt bei uns die Zeppelin Niederlassung Berlin, den Rest stemmen wir mit einer eigenen Werkstatt und drei Mitarbeitern, einem Meister und zwei Schlossern“, stellt Geschäftsführer André Heyner klar.

Gezielte Einsätze
Der Firmenchef und Großneffe des Firmengründers Otto Kittel sieht den Deltalader als Werkzeugträger im Wege- und Straßenbau, einem weiteren Betätigungsfeld neben dem Gala- und Sportplatzbau. „Dort soll der Cat 257B aber ausdrücklich nicht in den Dauereinsatz gehen“, betont er. Dafür gibt es andere Geräte, wie eine Cat Raupe D6R, die Straßenbauarbeiten im Zusammenspiel mit Motorgrader und Asphaltfertiger erledigt. Sie gehört genauso zum Fuhrpark, wie weitere Cat Baumaschinen, darunter die Radlader 908, 938 sowie 950, die Minibagger 303.5 und 304, die Mobilbagger M313 sowie M316 und der Cat Kettenbagger 320.

Der neue Deltalader wird in der ausgelieferten Konfiguration der erste in Berlin sein. André Heyner will seine Funktionen ganz gezielt anwenden, so sein Konzept. Das kleinste Gerät im Maschinenpark hat er für Einsätze vorgesehen, wenn das Unternehmen im innerstädtischen Bereich Asphalt abtragen muss, Splitt und Schmutz von der Fahrbahn wegkehren muss oder ein Baufeld zu räumen ist und wir zugleich von einer Baustelle mal auf die Straße ausweichen müssen“, taxiert der Firmenchef den Fall, der möglicherweise eintreten könnte.

Signalwirkung
„Manche Werkzeuge wie die Asphalt-Betonfräse werden kontinuierlich genutzt, andere Anbauteile, wie die Baumstumpffräse eher selten“, lautet seine Prognose. Um die Akzeptanz des Deltaladers bei seinem Personal macht sich der Geschäftsführer keine Sorgen: „Meine Bauleiter warten schon darauf, mit der Kompaktmaschine arbeiten zu können. Sobald der Nutzen einer Maschine vermittelt wurde, geht es schnell. Dann wollen die Bauleiter sie gar nicht mehr herausrücken.“ Nicht nur der Geschäftsführer ist fest davon überzeugt, dass auch andere Betriebe nachziehen, sondern auch Karl-Eckhardt Kutz weiß aus Erfahrung: „Erneuert Otto Kittel seinen Fuhrpark und nimmt ein neues Gerät in den Einsatz, dann hat das durchaus auch eine Signalwirkung für benachbarte Unternehmen. Es wird genau beobachtet, wer in was investiert und welche Erfahrungen mit der Baumaschine gemacht werden.“ Dafür spricht noch ein anderes Argument des Firmenchefs: „In der Regel bietet kein Mietunternehmen diese Auswahl an Anbaugeräten, wie sie nun der Deltalader hat. Darum sind wir letzten Endes nicht um diese Investition herumgekommen. Außerdem wollen wir nicht Aufträge an andere Firmen vergeben, wenn wir die Arbeiten eigentlich selbst verrichten können.“

Um den Fahrer zu schützen, erhielt die Kabine eine Verglasung aus Polycarbonat. „Unsere Mitarbeiter haben von sich aus eine geschlossene Kabine vorgeschlagen. Aber diese entspricht ohnehin den Vorschriften der Berufsgenossenschaft. Anders wäre es auch nicht möglich, wenn wir etwa Asphalt abfräsen, dann staubt es ordentlich und der Staub würde sonst in die Kabine ziehen“, so Heyner. Wie der Fahrerkomfort in die Praxis umgesetzt und auf die Maschine übertragen wurde, davon überzeugte sich André Heyner selbst. Er stieg in die Kabine und prüfte den Sitz sowie die Bedienung durch die Joysticks. Auf dem Dach des Deltaladers wurde ein Wassertank befestigt, der rund hundert Liter fasst und den Kehrbesen mit Wasser versorgt. Denn wo sonst hätte dieser an der Maschine angebracht werden können, ohne die Sicht des Fahrers zu beeinträchtigen. Vorgesehen ist, dass die Maschine von fünf Fahrern bewegt wird. „Die Effizienz ist einfach mehr gegeben, wenn feste Fahrer damit umgehen. Sie achten mehr auf ihren Arbeitsplatz. Es kann nicht die richtige Philosophie sein, dass eine Baumaschine etwa so viel ein Ferrari kostet und dann von ungeübten Fahrern bedient wird“, ist Heyner überzeugt. Der neue Deltalader wird als feste Einheit betrachtet: So soll jeder Mitarbeiter wissen: Ist die Baumaschine auf der Baustelle, dann ist sie komplett mit der Asphalt-Betonfräse, der Baumstumpffräse, den Gabelzinken, der Klappschaufel, dem Kehrbesen und dem Hammer verfügbar. Die Werkzeuge werden nicht an andere Baumaschinen angebaut. Nach Feierabend wird der Deltalader auf Paletten gelagert und in einem Container verstaut – eine reine Vorsichtsmaßnahme und zugleich wirksamer Diebstahlschutz.

Seinen ersten großen Einsatz hat der Cat 257B mit der Baustelle Gleisdreieck in den nächsten Wochen vor sich. Wo früher Eisenbahnzüge über versiegelte Flächen rollten, entsteht derzeit ein 36 Hektar großer Park. Dieser befindet sich auf dem ehemaligen Areal des Anhalter- und Potsdamer Güterbahnhofs, das seit 1945 brach lag und durch seine zentrumsnahe Lage jahrelang als Logistikfläche für die Bauarbeiten am Potsdamer Platz genutzt wurde. Bereits im September letzten Jahres wurde die östliche Hälfte des neuen Parks eröffnet – auch hier hatte der Betrieb mitgewirkt. Der Westpark soll 2013 fertiggestellt werden. Das Unternehmen Otto Kittel hat dazu den Auftrag von der Grün Berlin GmbH in Höhe von insgesamt acht Millionen Euro bekommen und soll den Erdbau, den Wegebau, den Einbau einer Skateranlage sowie die Bepflanzung im Zuge der landschaftsgärtnerischen Gestaltung übernehmen.

Diese Baumaßnahme ist eine von insgesamt acht, die derzeit parallel abgewickelt werden. Das Unternehmen beschäftigt heute 140 Mitarbeiter am Standort Berlin sowie Zorbau bei Leipzig und konzentriert sich auf den Kundenkreis öffentliche Hand, respektive Bund und Länder. „Wir suchen uns unsere Nische am Markt und diese sehen wir bei mittleren bis größeren Projekten“, meint der Geschäftsführer einer der größten Galabaubetriebe der Bundeshauptstadt, der von Otto Kittel 1932 gegründet wurde. 80 Jahre Gartenbau haben grüne Spuren quer durch ganz Berlin hinterlassen. Denn der Firmengründer war intensiv am Wiederaufbau Deutschlands beteiligt und gestaltete das Stadtbild maßgeblich mit, ob im Olympischen Dorf, dem Olympiastadion, der Siemensstadt, dem Flughafen Berlin Tempelhof, dem Potsdamer Platz oder bei der Grünen Woche. In Zukunft wird auch der Deltalader mitwirken.

www.zeppelin-cat.de

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