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Feuerwehr Kiel setzt auf flexibles Rüstfahrzeug-Konzept

Palfinger-Ladekran PK 60002 Performance + Abroller PALIFT T 18

Moderne Feuerwehrfahrzeuge verfügen meist über die gesamte Palette an hydraulischen Rettungsgeräten und sind mit einem Notstromgenerator ausgestattet. Um zusätzliche Ausrüstungen für Gefahrguteinsätze oder wie im aktuellen Fall ein schnelles Rettungsboot bzw. Material für die Schiffsbrandbekämpfung an den Einsatzort zu bringen, werden weitere Sonderfahrzeuge mit entsprechenden Aufbauten benötigt. Ergänzend zu den Lösch- und Sonderfahrzeugen gibt es seit Jahren ein kostensparendes All-in-one-Konzept: Die Kombination Palfinger-Ladekran mit PALIFT-Abroller auf einem Wechsellader – in der Fachsprache WLF-Kran.

Palfinger-Ladekran PK 60002 Performance + Abroller PALIFT T 18
Palfinger-Ladekran PK 60002 Performance + Abroller PALIFT T 18

Das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst, Katastrophen- und Zivilschutz der Landeshauptstadt Kiel verfügt seit Ende August 2010 über ein spezielles Rüstfahrzeug – ein WLF-Kran. Direkt hinter dem Fahrerhaus des MAN TGS 35.440 ist ein Palfinger-Ladekran der 60 mt-Klasse aufgebaut, ein PK 60002 Performance mit Kranwinde. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über einen PALIFT-Abroller des Typs T 18 mit einer Hubkraft von 18 t und über eine große Fahrzeugwinde.

Hohe Flexibilität bei deutlich geringeren Kosten

„Das hier in Kiel ausgearbeitete Konzept basiert auf einem Wechselladerfahrzeug – möglichst im oberen Leistungssegment – und seiner Ausstattung mit Ladekran, einer Wechsellader-Einrichtung und einer Fahrzeugwinde“, erläutert der im Amt für die Technik zuständige Abteilungsleiter Martin Jacobsen. „Der WLF-Kran liegt im Preis etwa 50% unter dem eines Feuerwehrkrans, bietet aber für unsere Aufgaben eine hohe Flexibilität bei unterschiedlichsten Einsätzen. Mit dem aufgesetztem Abrollbehälter-Rüst kann das Fahrzeug in Kiel die Funktionen „Kran- und Rüstwagen“ gleichzeitig wahrnehmen. Der Transport der Rettungsgeräte im Abrollbehälter kann immer mit einem Wechselladerfahrzeug erledigt werden. Mit einem Rüstwagen nach Feuerwehrnorm gibt es spätestens dann ein Problem, wenn das Fahrzeug wegen Reparatur- oder Inspektionsarbeiten ausfällt.“ Das aktuelle Fahrzeug ergänzt ein bereits seit 12 Jahren genutztes zweites Wechselladerfahrzeug. Im Rahmen der Ausschreibungsvorbereitung hatte eine Arbeitsgruppe aus Kiel einen vergleichbaren Wagen bei der Feuerwehr Augsburg (identischer Kran und Abroller) und ein ähnliches Fahrzeug in Rostock besichtigt. „Die Symbiose aus diesen beiden Konzepten steht hier vor Ihnen. Was uns in Augsburg sehr gut gefiel, war der Palfinger-Aufbau und die Erfahrungen der dortigen Kollegen.“

Gesamthöhe und Gesamtgewicht überzeugen in der Praxis

Aufgebaut wurde das Fahrzeug durch die Querhammer Fahrzeugbau GmbH aus Gettorf. Ein Spezialist, der pro Jahr etwa 140 Aufbauten durchführt – darunter etwa 15 Feuerwehrfahrzeuge und 35 Krane. „Wir sind seit sechs Jahren mit Palfinger im Geschäft“, so Martin Querhammer, der als Geschäftsführer gemeinsam mit seinem Vater das Unternehmen leitet. „Vor diesem Zeitpunkt mussten wir mit einem Wettbewerbsprodukt auf die Lkw-Verkäufer zugehen – meist mit geringer Resonanz. Mit Palfinger an Bord rufen die Kunden an und fordern Angebote ab. Markantes Aufbaudetail ist die Gesamthöhe des Fahrzeugs, diese liegt bei 3.900 mm und damit im idealen Bereich. Durch den in Sonderbauweise gefertigten Hilfsrahmen aus hochfesten Stählen beträgt die Aufnahmehöhe des Abrollkippers nur 1.320 mm. „Neben dem Ladekran montierten wir u. a. die gesamte feuerwehrtechnische Ausrüstung sowie eine 8 t Rotzler Treibmatik-Zugwinde.“ Beladen mit dem ca. 7, 7 t schweren Rüstcontainer, weist das neue Fahrzeug trotzdem noch ein Gesamtgewicht unter 32 t auf.      

Ein hochwertiges Produkt zu einem wirtschaftlichen Preis

Zeit spielt bei der Rettung eine extrem wichtige Rolle. Bereits weit vor der Auftragserteilung hatte Martin Querhammer ein entscheidendes Kriterium hinsichtlich der Rüstzeit zu erfüllen: „Der Ladekran musste innerhalb von vier Minuten einschließlich ausgefahrener Stützen in eine waagerechte Stellung und in einem Winkel von 90° zum Fahrgestell in Position gebracht werden, die Ausladung sollte 15 m betragen. Anschließend musste bei der Ausladung von 15 m ein Gewicht von 2.700 kg angehoben werden.“ Gute Noten gibt es auch von Martin Jacobsen: „Wir können heute schon feststellen, dass wir ein sehr hochwertiges Produkt zu einem wirtschaftlichen Preis erhalten haben. 15 Jahre Nutzungsdauer sind für Feuerwehrfahrzeuge vorgeschrieben. Hier in Schleswig-Holstein müssen wir die Fahrzeuge ggf. sogar bis zu 25 Jahre nutzen. Da ist es schon wichtig, dass Qualität, Technik, Funktionalität und Lebensdauer im oberen Level liegen und eine qualifizierte Fachwerkstatt in der Nähe ist. Die Entscheidung der europaweiten Ausschreibung wurde daher nach einer Bewertungsmatrix getroffen, um nicht das günstigste, sondern das leistungsfähigste und wirtschaftlichste Angebot von einem Fachbetrieb in der Nähe auswählen zu können.“

Vorsprung durch innovative Technik bei Kran und Abroller

Das neue WLF-Fahrzeug wird nicht nur innerhalb der Landeshauptstadt Kiel, sondern z. B. zur Schiffsbrandbekämpfung im gesamten norddeutschen Raum eingesetzt. 25 der 250 Einsatzdienstbeamten erhielten eine spezielle Aus- und Weiterbildung für das neue Rüstfahrzeug. Es ist eines von 160 Fahrzeugen der Feuerwehr Kiel, zu denen u. a. auch das größte Feuerlöschschiff Europas zählt. Der montierte Schwerlastkran verfügt u. a. über ein Endlosschwenkwerk mit Kugeldrehkranz und insgesamt sieben Ausschüben mit einer hydraulischen Reichweite von 18,1 m und verfügt über eine 3,5 t Kranwinde. Das aktive Schwingungsdämpfungssystem AOS ist ebenso an Bord wie das „Power Link Plus“ – ein doppeltes Kniehebelsystem mit einem nach oben um 15° überstreckbaren Knickarm. Der PALIFT Teleskop-Abrollkipper T 18 mit seinem hydraulisch teleskopierbaren Hakenarm überzeugt in der Praxis durch seinen flach verlaufenden Aufzugswinkel, robuster Kipplagerung und eine schnelle Absetzzeit von unter einer Minute. Die Bedienung erfolgt über ein im Fahrerhaus und ein am Fahrzeugrahmen montiertes Steuerpult.

Ein in Summe gelungenes Werk der modernen Fahrzeugtechnik.  

www.palfinger.de

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