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FAM Hausmeister Dienste GmbH: 250 Fahrzeuge auf dem neuesten Stand der Technik

Mit seinen 600 Mitarbeitern zählt das Unternehmen zum größten Dienstleister für Reinigung in Berlin/Brandenburg. Dabei reicht das Aufgabenspektrum noch viel weiter. Um wirtschaftlich Arbeiten zu können sind Großeinkäufe von Maschinen keine Seltenheit.

Von: Jessica Gsell

In den 1990er Jahren hält der neumodische Begriff Facility-Manager Einzug in die Arbeitswelt – fälschlicherweise verstanden als imposanteres Wort für Hausmeister. Dabei unterscheiden sich die beiden Berufsbezeichnungen im Kern doch sehr voneinander. Denn während ein Hausmeister für Ordnung, Sauberkeit und Einhaltung der Hausordnung in Gebäuden sorgt, ist ein Facility-Manager für deren optimierte Verwaltung und Bewirtschaftung – sowohl technisch als auch kaufmännisch – verantwortlich. Das weiß Fabian-Alexander May und taufte sein Unternehmen dennoch FAM Hausmeister Dienste GmbH. „Als es 1999 gegründet wurde, waren die Begriffe Gebäude- und Facility-Management noch ganz neu. Nicht jeder konnte schon etwas damit anfangen“, erklärt der 42-Jährige. Gestartet als Ein-Mann-Betrieb zählt seine Firma mit Hauptsitz in Falkensee (Brandenburg) sowie zwei weiteren Niederlassungen in Berlin und Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) heute bereits 600 Mitarbeiter, und gehört damit zum größten Dienstleister für Reinigung in Berlin/Brandenburg. Besonders stolz ist der gelernte Gebäudereinigungsmeister aber auch auf seinen riesigen Fuhrpark, der insgesamt 250 Fahrzeuge umfasst.

„Schon allein für den Winterdienst haben wir einen Pool von 180 Fahrzeugen“, berichtet May und fügt hinzu: „Wir kommen beim Winterdienst auf knapp 6.000 Räumkilometer an Straßen, 3,5 Millionen Quadratmeter an Rad- und Fußwegen sowie 1.800 Bushaltestellen.“ Von der einfachsten Einheit – ein Mann mit Schneeschieber – bis hin zum vollausgestatteten Lkw ist im Winterdienst alles unterwegs. Dabei reicht der Einsatzbereich der FAM Hausmeister Dienste GmbH von Berlin, Brandenburg über Sachsen, Sachsen-Anhalt bis hoch zur Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Da wundert es wohl niemanden, dass neben der Gebäudereinigung der Winterdienst zu den umsatzstärksten Geschäftsbereichen zählt, gefolgt von der Garten- und Landschaftspflege sowie den Hausmeisterdiensten. „Bei uns bedeuten Hausmeisterdienste überwiegend die Betreuung von haustechnischen Anlagen, Fahrstühlen und dergleichen“, erklärt der 42-Jährige. Nicht umsonst besteht seine Mitarbeiterschaft hier aus qualifiziertem Fachpersonal, das Elektromeister aber auch Gas-/Wasserinstallateuren umfasst. May scherzt: „Das hat nichts mehr mit dem klassischen Hausmeister zu tun. Meine Mitarbeiter sind eher mit Tablet ausgestattet, als das sie nur Glühbirnen auswechseln.“ Zudem bietet sein Unternehmen in drei Bundesländer einen 24-Stunden-Notdienst mit 12 Teams an. Betreut werden beispielsweise Amtsgerichte, Behördenzentren, Ministerien oder auch Polizeipräsidien wie das in Neustrelitz. Zu den wohl bekanntesten Gebäuden zählen dabei das Bundeskriminalamt Berlin und das Potsdamer Schloss. „Als Dienstleister kauft der Kunde nicht nur unsere Arbeit, sondern auch eine professionelle Beratung mit ein“, berichtet May. Das zeige sich besonders im Bereich der Grünanlagenpflege, für den ausgebildete Galabauingenieure tätig sind.

Acht neue Multigo 150 stehen auf der Einkaufsliste

Wie bei der Qualifikation seiner Mitarbeiter und seines Betriebes, welcher nach allen Seiten hin zertifiziert ist, legt May auch großen Wert auf eine erstklassige Maschinenausstattung. „Wir vergleichen uns hier nicht mit anderen, sondern schaffen die Technik an, die der Markt fordert. Denn bei uns ist vor allem ein wirtschaftliches Arbeiten mit den besten Partnern wichtig. Und das geht nun mal nur mit der neuesten Technik“, weiß May. Deshalb werden bei ihm sämtliche Fahrzeuge auch regelmäßig „geupdatet“. „Wir reden hier vor allem über die Geräteträger, die ganz anders belastet werden“, erklärt der Geschäftsführer. Als Faustregel gelte: Nach sieben bis acht Jahren ist der Abnutzungsgrad so hoch, dass sich die Maschine nicht mehr rechnet. „Sobald das Fahrzeug ein Pfenniggrab wird, ist es an der Zeit, sich davon zu trennen“, sagt May. Bei denen, die mit Sole arbeiten, sei der Zeitpunkt sogar noch früher. Zwar verfügt die FAM Hausmeister Dienste GmbH über einen Lkw-Waschplatz. Doch der 42-Jährige weiß aus Erfahrung: „Die Korrosion lässt sich nicht aufhalten, trotz einwachsen.“ Die Fahrzeuge werden zudem öfter im Jahr kontrolliert, gereinigt und stehen, so wie der Rest des Fuhrparks, trocken und geschützt in Hallen. Für deren Wartung und Reparatur sind fünf Kfz-Mechatroniker und ein Meister zuständig. „Die haben im Sommer fast mehr zu tun, als im Winter. Denn im Winter geht es in erster Linie darum, die Technik am Laufen zu halten. Im Sommer dagegen fallen die ganzen Wartungsarbeiten an“, berichtet May.

„Wir vergleichen uns hier nicht mit anderen, sondern schaffen die Technik an, die der Markt fordert. Denn bei uns ist vor allem ein wirtschaftliches Arbeiten mit den besten Partnern wichtig. Und das geht nun mal nur mit der neuesten Technik." (Geschäftsführer Fabian-Alexander May)

Sowohl Geräteträger als auch Einzweckmaschinen finden bei der FAM Hausmeister Dienste GmbH ihre Verwendung, genauso wie Zugmaschinen, Pritschenfahrzeuge und Lkw. In der Regel werden jährlich fünf bis zehn neue Fahrzeuge gekauft. „Vor fünf Jahren haben wir uns beispielsweise 30 neue Winterdienstfahrzeuge angeschafft. Schließlich müssen die Maschinen, wenn sie auf Straßen und Gehwegen zum Einsatz kommen, der neuesten Abgasnorm entsprechen“, erklärt May. Solche „Großeinkäufe“ sind keine Seltenheit. Auch 30 Tremo von Hako wurden schon geordert. „Aufgrund unserer Unternehmensgröße arbeiten wir nur mit Kommunalfahrzeugherstellern zusammen, die leistungsfähig und in der Lage sind, so große Mengen auf einmal zu liefern“, sagt May. Vergangenes Jahr wurden zudem fünf Aebi MT 750 erneuert. Als nächstes stand die Anschaffung von acht neuen Multigo 150, ebenfalls von der Firma Aebi Schmidt, auf dem Plan. Damit ist das Unternehmen der erste Dienstleister, der den neuen Geräteträger bekommt. „Wir konnten ihn bereits im Winter ausprobieren. Er funktioniert super“, schwärmt der 42-Jährige. Des Weiteren befindet sich May gerade in Verhandlungen mit dem Schweizer Hersteller wegen des Austausches einer ihrer Großkehrmaschinen sowie der Anschaffung neuer Kleinkehrmaschinen für die Gehwegpflege. Der Geschäftsführer schätzt beim Unternehmen nicht nur die Produkte, sondern auch den Service. „Wir haben von Aebi Schmidt z.B. die Software für die Maschinen erhalten, so dass wir von jeder den Zustand kennen und so genau wissen, wann sie ersetzt werden sollte“, berichtet May.   

Einbeziehen der Mitarbeiter beim Maschinenkauf

Bei der Anschaffung neuer Maschinen hat er aber immer auch ein offenes Ohr für die Wünsche seiner Angestellten. „Ich kaufe die Technik, mit der meine Mitarbeiter am besten umgehen können und nicht, was mir gefällt. So wie beim neuen Zero-Turn-Mäher von Amazone, der wesentlich mehr Flächenleistung schafft und viel schneller unterwegs ist. Solche Maschinen motivieren meine Mitarbeiter“, weiß May, der auch heute noch, wie er sagt, „an die Basis geht, um Arbeitsprozesse zu optimieren“. Wird der 42-jährige Geschäftsführer hierbei auf emissionsfreies Arbeiten angesprochen, dann hat er dazu eine klare Meinung: „Es gibt derzeit kein Elektrofahrzeug, das die Power für einen ganzen Arbeitstag aufbringt.“ Deshalb befinden sich in seinem Unternehmen auch nur bei den Kleingeräten wie Freischneider und Co. Elektromodelle. Viel interessanter finden May in diesem Zusammenhang sowieso den Wasserstoff als alternative Antriebsart. Und auch die Antwort auf die Frage, mit welcher Technik er dem Wildkraut an den Kragen rückt, spiegelt seine langjährige Branchenerfahrung wider. „Das kommt immer auf den Einsatzbereich an. An der Bordsteinkante setzen wir z.B. auf die mechanische Lösung mit Wildkrautbürste. An prestigeträchtigen Objekten wie dem Potsdamer Schloss kommt dagegen das Heißwasser-/Heißschaumverfahren von Elmotherm zum Einsatz.“ Eine interessante Erfahrung, die May dabei gemacht hat: Der Behandlungsrhythmus hängt wesentlich von der Vegetation ab. „Im vergangenen Jahr hatte wir bei 65 Prozent unserer Kunden nur eine Anwendung, weil der Sommer so trocken war.“   


Ganze 80 Prozent der Aufträge der FAM Hausmeister Dienste GmbH kommen aus öffentlicher Hand. „Vor zehn Jahren haben wir es mal mit Aufträgen aus der Privatwirtschaft versucht und dabei schmerzliche Erfahrungen was die Zahlungsmoral und den Aufwand angeht gemacht“, berichtet May. Derzeit kann sich der 42-Jährige aber nicht beklagen. Wegen des milden Winters konnte bereits früher als geplant in diesem Jahr mit der Grünanlagenpflege begonnen werden. Und auch jetzt, zu Corona-Zeiten, muss sich May weniger Gedanken als andere Unternehmen über die Zukunft machen – schließlich zählt Facility-Management zur systemrelevanten Arbeit.


Fakten zur FAM Hausmeister Dienste GmbH

  • Geschäftsführer: Fabian-Alexander May
  • Anzahl der Mitarbeiter: 600
  • Geschäftsbereiche: Gebäudereinigung, Garten- und Landschaftspflege, Hausmeisterdienste, Winterdienst, Verkehrswegereinigung, Wach- und Sicherheitsdienst, Schädlingsbekämpfung
  • Ausstattung des Fuhrparks: 250 Fahrzeuge, davon 22 Lkw mit Pritsche 3,5 t, 7 Kleintransporter, 12 Pkw, 18 Lkw MAN 10,8 t mit Winterdienstanbauten (RAL-UZ 59), 36 Geräteträger Multicar mit Winterdienstanbauten (RAL-UZ 59), 12 Unimog mit Winterdienstanbauten (RAL-UZ 59), 106 Multicar Tremo mit Winterdienstanbauten (RAL-UZ 59), 8 Multigo Aebi Schmidt, 4 Werkstattwagen, 15 Pick-Ups Daci, 4 Service-Fahrzeuge (Notdienst) und 6 Lkw-Kehrmaschine mit Aufbau > 6 m³ (RAL-UZ 59).
  • Einsatzbereich: Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Bilder: FAM Hausmeister Dienste GmbH (13)/Aebi Schmidt Group(2)

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