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Ein Unimog geht nach 32 Jahren und 538.000 Kilometern in Rente

Gemeinsam mit seinem Fahrer Ferdl ist bei der Garten- und Landschaftsbau GmbH Punzmann ein alter Unimog 1400 in den Ruhestand gegangen. Seine Aufgaben übernimmt jetzt der U 427.

Von: Jessica Gsell

Nach 32 Jahren verabschiedete die Garten- und Landschaftsbau GmbH Punzmann in Windischeschenbach (Oberpfalz) ihren Unimog 1400 in den wohlverdienten Ruhestand. Ein Blick auf den Tacho am letzten Tag versetzte so manchen ins Staunen: Unglaubliche 538.000 Kilometer hatte der alte Unimog im Laufe seines Lebens zurückgelegt. „So etwas habe ich in meinen 13 Dienstjahren noch nicht erlebt. Das ist mit Abstand der älteste und meist gefahrenste Unimog, den ich bislang gesehen habe “, erzählt Jürgen Rieger, Verkaufsberater des Unternehmens Beutlhauser, von dem der GaLaBauer den Nachfolger für seinen alten Unimog erworben hat.

Für Geschäftsführer Eduard Punzmann und seine Mitarbeiter war sofort klar: Es muss wieder ein Unimog her. Wie zuverlässig er ist, habe schließlich bereits das alte Fahrzeug bewiesen. Die Aufgaben des U 1400 übernimmt ab sofort ein Unimog 427. Das neue Modell – ausgestattet mit Werner-Heckzapfwelle, Pritsche sowie Heckkraftheber – ist in der Lage, einen 11.000-Liter-Anhänger zu ziehen. Bei Punzmann kommt er vor allem für Arbeiten im Landschafts- und Gartenbereich zum Einsatz, wie beispielsweise beim Mulchen oder Furchen. Damit vervollständigt der Unimog den Fuhrpark des 25 Mann großen Unternehmens, zu dem unter anderem auch ein Radlader, zwei große LKWs sowie 3 kleinere Fahrzeuge zählen.

Beim GaLaBau-Unternehmen Punzmann gibt es drei feste Fahrer für den Unimog. Die bekamen von Rieger und seinen Kollegen erst einmal eine Einweisung in das neue Modell 427. „Schließlich hat die Firma drei Generationen des Unimogs übersprungen“, erklärt der Verkaufsberater und fügt hinzu: „Der neue Unimog ist kein Vergleich mehr zum alten Modell. Er hat eine ganz andere Bauweise.“ Besonders bei der Bedienung des Fahrzeugs müssen sich die Fahrer nun umstellen. Hatte der Unimog 1400 noch eine H-Schaltung, wird der U 427 ganz komfortabel mit einer Lenkradschaltung gesteuert. „Das ist etwas ganz Anderes“, weiß Rieger und muss lachen: „Nicht umsonst heißt der U 427 bei uns nur ‚fahrendes Wohnzimmer‘.“ Zudem besitzt der neue Unimog bereits die Euro-6-Abgasnorm. „Das war dem neuen Besitzer sehr wichtig“, berichtet der Verkaufsberater.

Fahrer und alter Unimog verabschieden sich gemeinsam
Die Freude über das neue Fahrzeug ist groß beim Galabauer Punzmann, auch wenn der Unimog-Wechsel für die Fahrer erst einmal eine große Umstellung bedeutet – außer für einen. 32 Jahre lang waren Fahrer Ferdl und der alte U 1400 ein eingespieltes Team. Und das bis zum Ende: Denn wie es der Zufall so will, verabschiedete sich der langjährige Mitarbeiter genau am selben Tag wie seine treue Arbeitsmaschine in den Ruhestand. Er war damals bereits bei Punzmann tätig, als der Unimog 1400 seinen Dienst dort antrat. „Ferdl war der erste, der auf den alten Unimog draufgestiegen und der letzte, der von ihm abgestiegen ist.“

Text: Jessica Gsell – Redaktion Bauhof-online
Bilder: Jürgen Rieger

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