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Ein neuer Cat Radlader 966K für Hagemeister: Eine Frage der Präzision

Um Abgasemissionen zu senken, wurde 2011 die neue EU-Emissionsrichtlinie Stufe IIIB für nicht straßengebundene Arbeitsmaschinen mit Motoren der Leistungsklasse von 130 bis 560 kW verbindlich. Baumaschinenhersteller wie Caterpillar reagierten darauf mit der europaweiten Einführung einer neuen Maschinengeneration, darunter die Radlader der K-Serie. Eines der ersten Modelle, ein Cat 966K, nahm letzten Dezember seinen Betrieb beim Klinkerhersteller Hagemeister aus dem Münsterland auf. Die neue Motorentechnologie passt gut in das Konzept der Nachhaltigkeit, das sich das Unternehmen gegeben hat.

„Unsere Produkte haben ein ökologisches Image – Ziegel zum Beispiel zeichnen ihre lange Haltbarkeit und Wertbeständigkeit aus. Selbst nach hundert Jahren sind sie noch intakt. Das rechtfertigt den hohen Ressourceneinsatz “, argumentiert Geschäftsführer Christian Hagemeister. Ökologie spielt nicht nur beim Produkt Klinker eine Rolle, sondern Nachhaltigkeit zieht sich durch den gesamten Prozess der Herstellung des 150 Mitarbeiter starken Betriebs, der in der vierten Familiengeneration geführt wird. Dem Umweltschutzfaktor zugute kommt ein weiterer Aspekt: „Kunden, die sich für die neue Maschinengeneration entschieden haben, bestätigen uns, dass sich der geringe Spritverbrauch sehen lassen kann. Aber auch wegen ihrer einfachen Bedienung kommen die Geräte sehr gut an“, erklärt Kay-Achim Ziemann, Zeppelin Vertriebsdirektor für Nordrhein-Westfalen und Leiter der Zeppelin Niederlassung Hamm.

Umgehend an neue Steuerung gewöhnt

Im Frühjahr 2011 hat der Klinkerbetrieb bereits dem Zeppelin Verkaufsrepräsentanten, Alf Fischer, Interesse an der neuen K-Serie signalisiert. Bis zur europaweiten Einführung der neuen Motorentechnologie, die auf der steinexpo erfolgte, sollte ein halbes Jahr vergehen. „Die Wartezeit haben wir gerne in Kauf genommen. Denn wir wollen das Neueste an Maschinentechnik, was der Markt zu bieten hat“, erklärt Christian Hagemeister.

Neue Technik bedeutet immer auch eine Umstellung für die Maschinisten, die sich an den Umgang mit dem neuen Baumaschinenmodell erst gewöhnen müssen, selbst wenn es routinierte Fahrer sind. „Anfangs hatten wir Sorge, dass unsere fünf Radlader-Fahrer mit der Joystick-Lenkung nicht zurechtkommen. Doch diese Sorge war wirklich unbegründet. Unsere Fahrer hatten sich umgehend an die neue Steuerung gewöhnt.

Die Joystick-Steuerung ist noch feinfühliger und unkomplizierter als die Direktlenkung, wie sie noch bei Maschinen der vorhergehenden Generation der H-Serie Standard ist“, so Christian Hagemeister. Die Joystick-Steuerung gipfelt in einem direkten Ansprechverhalten der Maschine, und dies macht sich unter anderem in der Wendigkeit bemerkbar. Die 966K wird zusammen mit einer 966H zum Mischen von Ton und Sand sowie zum Beschicken in Hallen eingesetzt, wo es mitunter sehr eng zugeht. „Die Fahrer kommen mit der neuen Schaufel noch besser in die Ecken“, bewertet der Geschäftsführer die neue Technik. Die Schaufel – ausgestattet mit Zähnen des K-Systems – erhielt von der Zeppelin Niederlassung Hamm ein Unterschneidmesser. „Durch das Unterschneidmesser wird verhindert, dass die Zähne den Unterbelag kaputt machen“, führt Alf Fischer aus. Ausgerüstet sind die Radlader mit Bereifung mit erhöhter Profiltiefe. „Bei den Reifen kommt es uns auf Eigenschaften wie gute Traktion an.

Weil die Radlader auch im Außenbereich unterwegs sind, wo sie mitunter über harte Lehmbrocken fahren, haben wir festgestellt, dass diese Bereifung einen besseren Flankenschutz sowie besseren Verschleißschutz bietet“, so Hagemeister.

Je besser die Mischung, desto besser das Ergebnis

Die Rohstoffe werden in eigenen Tongruben im Umkreis vom Firmensitz in Nottuln, rund 20 Kilometer westlich von Münster entfernt, abgebaut. Alles, was nicht über das geologische Vorkommen aus der Region abgedeckt werden kann, wird zugekauft. „Uns geht es dabei um Präzision und Qualität. Je genauer die Radlader die einzelnen Bestandteile des Rohmaterials für die Klinkerproduktion mischen können, desto besser wird das Endergebnis nach dem Brennen ausfallen.

Auch wenn wir mit unserem Qualitätsniveau am oberen Ende angekommen sind, erwarten wir uns von dem Radlader, dass wir hier noch Verbesserungen erzielen. Das ist auch der einzige Bereich, in dem wir noch Einfluss nehmen können. Nach dem Brennprozess ist alles vorbei und entweder das Ergebnis passt oder eben nicht. Jeder produzierte Stein kostet Energie und darum erwarten wir von dem Radlader absolute Präzision. Fakt ist, unsere Industrie zählt zu den energieintensivsten überhaupt. Von steigenden Energiekosten sind wir besonders betroffen. Umso stärker sind wir daran interessiert, den Energieverbrauch zu optimieren und die Kosten zu senken“, so Christian Hagemeister.

Um den Fahrern das Mischen zu erleichtern, ist die Maschine mit einer Waage ausgestattet. „Die Mischung beeinflusst unser Ergebnis genauso wie die Qualität der Rohstoffe. Bis auf das Kilogramm genau muss es passen. Nur dann erreichen wir auch ein Brennergebnis, das unseren Ansprüchen genügt“, erklärt der verantwortliche Betriebsleiter Thorsten Eller.

Seit rund 30 Jahren sind Baumaschinen der Marke Cat bei Hagemeister im Einsatz. Bevor die neue K-Serie bei dem Klinkerhersteller Einzug hielt, übernahmen das Mischen der Rohstoffe die Vorgängermodelle 966G und 966H. Die 966H wird sich diese Aufgabe mit der neuen Cat 966K teilen. Für kleinere Mischungen wird ein kompakter Radlader vom Typ 906H eingesetzt. Ihm zur Seite steht noch ein Zeppelin Radlader ZL4B. Auch im Tonabbau finden sich Cat Baumaschinen, wie der Cat Dozer vom Typ D5H und der Cat Kettenbagger 320DL. Das abgebaute Material wird von Speditionen angeliefert und auf Halden gelegt. Weil in den Wintermonaten je nach Witterung der Abbau von Ton eingeschränkt ist, muss Hagemeister in dieser Zeit auf Vorräte zurückgreifen.

„Um unsere Lieferfähigkeit auch in dieser Zeit zu behalten, benötigen wir eine Vorratshaltung“, erklärt Eller. Die Radlader werden im Zwei-Schicht-Betrieb gefahren. Je nach Brenntemperatur und dem Mischungsverhältnis der Tonerden lassen sich über 300 verschiedene Klinker herstellen, die sich je nach Formaten und Strukturen zur Fassadengestaltung oder als Pflasterklinker verwenden lassen. Laut Firmenangaben könnte die Produktion eine Kleinstadt mit 10 000 Einfamilienhäusern allein mit Klinkerfassaden von Hagemeister versorgen. So viel stellt das Unternehmen durchschnittlich an Ziegeln jedes Jahr her. Eine Spezialität sind objektbezogene Sonderanfertigungen, die zusammen mit Architekten und Designern entwickelt werden.

„Wir dürfen nicht stehen bleiben oder gar den Anschluss verlieren“, macht Hagemeister deutlich. Mit dem neuen Radlader zeigt das Unternehmen, dass es mit der neuen Technik Schritt halten kann.

www.zeppelin-cat.de

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