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Die Wurzelratte in der Praxis – Bericht eines Anwenders

Matthias Sebicht, von der Helme Landschaftsbau GmbH aus Brücken-Hackpfüffel im Landkreis Mansfeld-Südharz, hat seit zwei Jahren eine Wurzelratte an einem 7,5-Tonnen-Bagger im Einsatz. Eine zweite für den betriebseigenen 3,5-Tonnen-Bagger kam kurz nach der Anschaffung der ersten hinzu. Im Gespräch erklärt er, was ihn an der Wurzelratte überzeugt.

Hintergrundinformation: Die Wurzelratte ist ein von Metallbauspezialisten gefertigtes Baggeranbaugerät, das die einfache und schnelle Komplettrodung des gesamten Wurzelstockes, inklusive der vollständigen Entfernung aller Grob- und Starkwurzeln, in einem Arbeitsgang ermöglicht. Eine Fräse kann dies nicht leisten und erfordert immer Nacharbeiten. Selbst beim Einsatz schwerster Bagger ist das Heraushebeln der Wurzelstöcke mit konventionellen Anbaugeräten aufwendig und zeitraubend. Die dann unzerkleinerten Wurzelstöcke sind mit Erde verklebt und nahezu unzertrennbar mit Steinen verwachsen. Dies treibt das Gewicht des Aushubs und somit die Entsorgungskosten in die Höhe. Wird der Bagger jedoch mit dem patentierten Rodungsmesser ausgestattet, kann der Wurzelstock grob zerkleinert werden und die Entsorgungsmenge schrumpft auf ein Minimum.

Herr Sebicht, was hat Sie dazu gebracht, sich eine Wurzelratte anzuschaffen?

Wir waren mit dem gesamten Arbeitsablauf bei Rodungen nicht zufrieden, weil wir mit unserer Stubbenfräse nicht so leistungsfähig waren, wie wir uns das vorgestellt haben. Es musste etwas her, mit dem wir rationeller arbeiten konnten. Als wir über die Fachpresse von der Wurzelratte als Baggeranbaugerät erfuhren, haben wir für unseren 7,5-Tonnen-Bagger eine angeschafft und sind nun sehr zufrieden damit.

Was hat Sie denn am Fräsen gestört?

Das war sehr zeitintensiv, man fräst mühsam Zentimeter für Zentimeter. Wir haben damit zudem auch nur den Wurzelhals entfernt, bis etwa 10 Zentimeter unter Flur. Für die Gartenbesitzer ist in erster Linie wichtig, dass keine Erhebung mehr vorhanden ist. Nach einer Stubbenrodung wird sehr oft Rasen angepflanzt und es soll vermieden werden, mit den Mähmessern hängenzubleiben. In der Rückschau haben wir auch bemerkt, dass in der Zeit vor der Wurzelratte Rodungen viel seltener beauftragt wurden. Denn als wir noch mit der Stubbenfräse gearbeitet haben, war das Ganze vergleichsweise teuer. Mit der Wurzelratte können wir diese Leistung wesentlich günstiger anbieten, deshalb wird sie nun auch häufiger von den Kunden in Anspruch genommen.

Was bedeutet häufiger? Wie viele Rodungen haben Sie zwischenzeitlich durchgeführt?

Innerhalb der letzten zwei Jahre, also seit wir die erste Wurzelratte einsetzen, waren es sicherlich um die 200 Rodungen. Das ist ein deutlicher Anstieg.

Woran liegt es, dass Sie Rodungen jetzt günstiger anbieten können?

Da gibt es verschiedene Gründe: Zum einen haben wir mit der Wurzelratte einige Vorteile bei unserer Arbeitsorganisation. Wenn wir einen Garten gestalten, ist für die Erdbewegungen sowieso einen Bagger dabei – und nun auch die Wurzelratte, denn sie passt locker in jeden normalen Kofferraum. Wir sparen also die komplette Anfahrtslogistik, die wir zuvor für die Fräse einkalkulieren mussten. In Privatgärten sind ja meist nur ein oder zwei Stubben zu roden. Dann ist der Hin- und Abtransport der Fräse im Verhältnis so teuer, dass es sich einfach nicht lohnt. Ganz abgesehen davon, dass die Rodung mit der Fräse viel mühsamer vonstattenging und länger dauerte. Bei einem 60- bis 70 Zentimeter-Durchmesser-Stubben benötigen wir für die Komplettrodung mit dem 7,5-Tonner je nach Beschaffenheit des Wurzelstockes ca. 20 bis 30 Minuten. Mit der Stubbenfräse hat das wesentlich länger gedauert. Zudem kommen Sie bei einem Baumstumpf von diesem Durchmesser auf eine Wurzelmasse, die zusammen mit den verwachsenen Steinen und der Erde etwa 1,5 bis 2 Tonnen wiegt. Das mussten wir bisher entsorgen, zu einem Preis von etwa 100 Euro pro Tonne. Jetzt verkaufen wir die Wurzelstücke, die wir mit der Wurzelratte sehr sauber und in größeren Stücken an die Oberfläche befördern, sogar als Brennholz weiter.

Nach wie vielen Rodungen hat sich die Wurzelratte bei Ihnen amortisiert?

Wenn ich sämtliche Vorteile und die Anschaffung miteinander aufrechne, schätze ich, dass sich das Gerät nach sieben bis zehn Komplettrodungen amortisiert hatte. Es kommt noch hinzu, dass die Wurzelratte kaum Platz in Anspruch nimmt, weder für die Aufbewahrung noch beim Transport. Und das Handling und Nachschleifen ist ebenfalls sehr einfach. Sollte sich ein Grat gebildet haben, weil beispielsweise viele Steine im Weg waren, nimmt man den Winkelschleifer und geht am Abend kurz drüber. Und selbst wenn man die Anschaffung isoliert betrachtet, ist die Wurzelratte immer noch sehr preiswert. Denn die Frage ist ja, mit was ich vergleiche. Nicht nur dann, aber insbesondere wenn ein Bagger verfügbar ist, kann eine neue Stubbenfräse mit der Leistung einer Wurzelratte als Anbaugerät nicht konkurrieren.

Sie haben sich noch eine zweite Wurzelratte für einen deutlich leichteren Bagger angeschafft. Warum?

Die zweite, kleinere Wurzelratte verwenden wir am 3,5-Tonnen-Minibagger. In Privatgärten, wo es manchmal eng zugeht, ist das von der Größe her ideal und wir kommen überall hin. Im Vergleich zur Fräse wird zudem kein Dreck weggeschleudert, das ist in Privatgärten ebenfalls angenehm. Unseren größeren Bagger mit der Ratte setzen wir vor allem da ein, wo große Stubben zu roden sind. Außerdem kann man damit hervorragend Hecken roden.

Wie schwierig ist es, mit der Wurzelratte zu roden, also zu „ratten“?

Der Baggerfahrer braucht erst mal ein bisschen Übung. Aber nach den ersten etwa fünf bis acht Stubben hat er sich spätestens eingefuchst. Ein Profi-Baggerfahrer, der jeden Tag ausschließlich auf dem Bagger sitzt, braucht aber sicher nicht länger als eine halbe Stunde, um zu begreifen, wie das mit der Löffelhydraulik funktioniert.

www.wurzelratte.de

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