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06. Dezember 2017

BSW: Wie Parkour-Anlagen zur Sport- und Begegnungsstätte werden

BSW: Wie Parkour-Anlagen zur Sport- und Begegnungsstätte werden

- Interview mit Kevin Rutkowski, Traceur und Parkour Coach

Anfang Oktober wurde die neue Parkour-Anlage auf dem Gelände der Kokerei Zollverein in Essen eröffnet. Mit 600 m² ist sie die größte Parkour-Anlage im Ruhrgebiet und bei fortgeschrittenen Traceuren, so werden die Parkour-Sportler genannt, schon ein beliebter Treffpunkt für ihr Training und Zusammensein. Aber auch ungeübten Parkour-Sportlern steht die öffentlich zugängliche Anlage zur Verfügung. Die BSW GmbH lieferte den fugenlosen Fallschutzboden playfix, der im Falle eines "Falls" einen sicheren Untergrund bietet.

Der Bewegungstrend Parkour hat seinen Ursprung in Frankreich. Ursprünglich als Fluchtmethode im Vietnamkrieg erlernt, gab der ehemalige Soldat Raymond Belle seine Kenntnisse an seinen Sohn David weiter. Dieser entwickelte die Technik weiter und übertrug sie zusammen mit Freunden auf die städtische Umgebung. Das war Ende der 80er Jahre in dem Pariser Vorort Lisses. Seither ist der Sport stark gewachsen und erlebt zur Zeit eine hohe Nachfrage. Darauf reagieren auch die Städte und Gemeinden. Immer häufiger sieht man neben dem klassischen Spielplatz auch Parkour-Anlagen. Diese zeichnen sich durch urban anmutende Elemente aus. Betontreppen und -würfel, Rampen, Wände und Metallstangen lösen hier Schaukeln und Rutschen ab. So auch in Essen.

BSW hat mit Kevin Rutkowski, 24 Jahre, Personal Fitness Trainer und Parkour Coach aus Mülheim über die neue Parkour-Anlage auf Zollverein gesprochen.

BSW: Herr Rutkowksi, Sie sind Parkour-Trainer und führen Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene auf der neuen Anlage an die Techniken des Parkour heran. Was reizt Sie persönlich an diesem Sport?

Kevin Rutkowski (KR): Parkour bietet mir eine riesige Dimension von Möglichkeiten sich draußen in der Umgebung körperlich und geistig zu beschäftigen. Dafür benötige ich kein Equipment, sondern nur den eigenen Körper und etwas Kreativität. Im Parkour gibt es keine strikten Vorgaben. Die Art der Fortbewegung kann ich selbst bestimmen z. B. überwinde ich die Mauer springend, laufend oder komplett anders? Die Stadt wird zur riesigen Trainingsmöglichkeit. Daher wird es nie langweilig.

BSW: Sie sagen Sie möchten als Trainer „Parkour mit den richtigen Werten weitergeben“. Wie würden Sie die Werte von Parkour beschreiben?

KR: Der Parkour-Sport ist im Vergleich zu anderen Bewegungskünsten immer noch sehr jung, nimmt aber Entwicklung auf. Viele Menschen denken bei Parkour an waghalsige Sprünge und Jugendliche, die Stadtmobiliar beschädigen und nur auf einen Adrenalinkick aus sind. Dabei ist die Philosophie des Parkour eine ganz andere: Sicherheit, Risikoeinschätzung sowie die volle Beherrschung des eigenen Körpers haben oberste Priorität. Es geht um Respekt und Selbstvertrauen, darum Gefahren einschätzen zu lernen und mit sich und seinem Körper gut umzugehen. Der sorgfältige Umgang mit unserer Umgebung und privatem und öffentlichem Eigentum ist selbstverständlich. Richtige Traceure sind immer bedacht und sicher unterwegs. Mir ist es wichtig die falschen Vorstellungen über Parkour zu revidieren.

BSW: Der Ursprung des Parkour liegt im urbanen Raum. Mit Parkour-Plätzen wie auf Zollverein verlagert sich der Sport auf eigens dafür angelegte Anlagen. Können sich Traceure dort wiederfinden?

KR: Auf jeden Fall. Solche Anlagen zeigen uns, dass der Sport ernst genommen wird. Die Nachfrage wird größer und die Traceure können mit Interessierten in Kontakt treten. Parkour verlagert sich ja nicht gänzlich auf die Anlagen, aber er bietet zusätzliche Möglichkeiten zu trainieren. Die Anlage auf Zollverein zum Beispiel bietet durch ihre verschiedenen Elemente die Möglichkeit sehr vielseitig zu trainieren. Außerdem wurde ein Ort geschaffen, um sich auch mit seinen Freunden verabreden zu können und gemeinsam Zeit zu verbringen. Sie sind sehr gute Orte, um in Workshops und Kursen auch Anfängern den Parkour-Sport näher zu bringen.

BSW: Du sprichst von Anfängern. Hier sollte die Sicherheit eine noch größere Rolle spielen. Auf der Parkour-Anlage auf Zollverein liegt mit playfix ein Kunststoffboden, der Fallschutzeigenschaften mitbringt, also elastisch ist. Unterstützt so ein Boden eure Parkour-Bewegungen?

KR: Eigentlich möchte der Parkour-Läufer seine Sinne für die reale Umgebung schärfen wie z. B. harte Betonuntergründe. Ein Fallschutzboden vermittelt eine gewisse Sicherheit und kann die Vorsicht reduzieren. Für uns Traceure sind fugenlose Kunststoffböden aber ein sehr guter Kompromiss um Anfängern und Fortgeschrittenen Traceuren gleichermaßen gerecht zu werden. Zum einen bietet er Fallschutz für unerfahrene Sportler, zum anderen ist seine Festigkeit aber noch ausreichend, um unsere Bewegungen kontrollierbar ausführen zu können. Die Parkour-Szene nimmt solche Böden gut auf. Zudem erinnert die graue Farbe von playfix ja an einen Betonboden. Lose Fallschutzbeläge wie Sand oder Rindenmulch wären hier weniger gut geeignet. Man sinkt ein und kann nicht anlaufen. Mulch zieht Nässe und ist schnell matschig. Zwei Tage vor der Eröffnung der Anlage in Essen hat es zwei Tage dauerhaft geregnet. Wir waren erstaunt wie schnell der Kunststoffboden von BSW wieder getrocknet war als der Regen nachließ.

BSW: Dann wünschen wir Ihnen viel Freude bei künftigen Coachings und Ihrem eigenen Training. Vielen Dank, Herr Rutkowski.

KR: Gern geschehen.

Die Parkour-Anlage auf Zollverein ist ein gemeinsames Projekt des Jugendhilfe Netzwerks der AWO Essen und der Stiftung Zollverein mit dem Projekt Zollverein mittendrin. Jugendliche entwickelten die Anlage zusammen mit Landschaftsarchitekten, Fachplanern und der Stiftung Zollverein.

Auf der Parkour-Anlage auf Zollverein installierte die BSW GmbH ca. 220 m² des fugenlosen Fallschutzbodens playfix in Schiefer- und Lichtgrau. Durch seine feste, PU-gebundene Kunststoffoberfläche bietet playfix entscheidende Vorteile in Punkto Vandalismusresistenz, Wartung und Abriebschutz bei Parkour-Modulen.

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