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Brandenburger Kommunen rücken Feinstaub zu Leibe

Die Arbeit in märkischen Städten zur Verringerung der Feinstaubbelastung in der Luft macht nach Auskunft des Potsdamer Umweltministeriums Fortschritte. Schwerpunkte für Luftreinhaltepläne seien die Städte Cottbus, Nauen, Frankfurt (Oder), Bernau, Eberswalde und Brandenburg/Havel, sagte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade.

In Nauen (Havelland) habe es durch die Verlegung der Bundesstraße B 5 und einen neuen Fahrbahnbelag in der Innenstadt bereits eine spürbare Entlastung von Feinstaub gegeben. „Dagegen steht Cottbus seit Jahresbeginn wie bereits im Vorjahr an der Spitze der Messwertüberschreitungen“, berichtete Schade. In der Lausitzstadt sei seit Mittwoch allerdings ein rechnergestütztes Ampel- und Verkehrsleitsystem in Betrieb (die RUNDSCHAU berichtete). Als erstes wurde die hochbelastete, vierspurige Nord-Süd-Magistrale freigeschaltet.
Dort steht in der Bahnhofstraße eine der 22 Brandenburger Messstellen für Feinstaub. Sie meldete im Jahr 2006 nach Stuttgart und München die höchste Zahl von Überschreitungen der bundesweit zulässigen Feinstaubkonzentration von 50 Mikrogramm je Kubikmeter. An 86 Kalendertagen sei die Luft hoch belastet gewesen.
Nach Worten von Schade lässt die EU nur 35 Überschreitungen pro Kalenderjahr zu. Der Straßenverkehr sei bei Feinstaub etwa zur Hälfte an den gemessenen Spitzenbelastungen beteiligt, erklärte Schade. „Wegen der örtlich hohen Luftbelastung mit Feinstaub sterben auch in Brandenburg zahlreiche Menschen verfrüht an Erkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems.“
Um die Feinstaubbelastung weiter zu reduzieren, werde im Westen von Cottbus zurzeit eine Entlastungsstraße gebaut und in Potsdam über Vignetten für Dieselfahrzeuge nachgedacht. In Bernau (Barnim) gebe es Pläne für eine Verlegung der Bundesstraße B 2 aus der Stadt heraus.
Die Stadt Frankfurt (Oder) habe ihre Busflotte auf Erdgas umgerüstet. „Es geht hierbei immer um einen Mix an Maßnahmen“, erläuterte Schade. So könne man einen abriebfesten Straßenbelag einbauen, mehr Bäume an den Straßen pflanzen oder Pendlermodelle einführen. Die Autoindustrie wolle bis 2008 Partikelfilter in die neuen Fahrzeuge einbauen.
„Bei einem häufigen Überschreiten der EU-Grenzwerte könnte das Umweltministerium ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge verhängen oder Tempo-30-Zonen in Städten einrichten“, berichtete Schade. Doch das sei bisher nicht nötig gewesen, da die betroffenen Städte selbst an einer Verbesserung der Luft interessiert seien und dazu Pläne aufstellten. Künftig solle das Netz von Messstellen für Feinstaub in Brandenburg auf weitere Mittelstädte ausgedehnt werden.

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