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bbi-Verbandsarbeit lohnt sich

Unternehmen, die nicht Mitglied in Verbänden sind, verschenken Potenziale

Achim Seuren, erster Vorsitzender des Bundesverbandes der Baumaschinen-, Baugeräte- und Industriemaschinenfirmen (bbi) e.V. hat von den Unternehmen der Baumaschinen – und Arbeitsbühnenbranche mehr Offenheit für die Verbandsarbeit gefordert. Der Geschäftsführer der GL Verleih NRW GmbH in Köln, eines auf die Vermietung von Arbeitsbühnen fokussierten Betriebes, machte in einem Gespräch mit der Presse deutlich, die Mitgliedschaft in einem Branchenverband sei Teil einer guten Unternehmensführung. Wer sie verneine, verzichte damit auf erheblichen „Vorsprung“ für den eigenen Betrieb.

Seuren, der im bbi zunächst den Fachbereich Arbeitsbühnen leitete und im vergangenen Jahr zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, begründet seine provokante These mit klaren monetären Argumenten. Die Wirtschaft, so der Verbandsvertreter, sei aufgrund von EU und ständig neuen Gesetzen so komplex geworden, dass ein Geschäftsführer oder Inhaber einer Bau- oder Industriemaschinenfirma, ohne branchenspezifische Beratung und Unterstützung gar nicht mehr auskommen könne: „Welcher Unternehmer versteht denn von sich aus, was Gesetze bedeuten, die in Berlin oder Brüssel erarbeitet und entschieden wurden? Wer ist in der Lage, juristische Fachtexte oder Sicherheitsverordnungen richtig zu interpretieren? Für den engagierten Arbeitsbühnen-Fachmann lautet die Antwort kurz und knapp: Hier kann nur ein Verband wie der bbi helfen. „Mal ehrlich" so Seuren, „wo gibt es so viel über Jahre gesammelte Unterstützung und konkretes Branchenwissen zu solch einem guten Preis-Leistungsverhältnis?" Wer wirklich mit spitzem Bleistift rechne, wisse, dass nicht selten schon die einmalige Konsultierung eines Anwalts die Kosten eines gesamten Jahresbeitrags übersteige – und das ohne wirkliche Gewähr, dass die Ergebnisse der Beratung nicht sehr pauschal ausfallen.

Proaktive Veränderungen

Seuren, der nach eigenen Worten die Leistungen und Angebote des bbi kurzfristig noch weiter ausbauen möchte, sieht in der Mitgliedschaft in einem Verband aber noch weit mehr persönliche Vorteile: „Viele Unternehmer beklagen sich, dass sie mit immer mehr realitätsfremden Entscheidungen der Politik und der Parlamente leben müssen, die das eigene Geschäft behindern. Was gibt es also Besseres, als über einen mitgliederstarken Branchenverband gegen diese Entwicklungen zu opponieren? Es ist entscheidend, mit geballter Kraft der Unternehmer Einfluss auf Gesetzgebung und Verordnungen zu nehmen und zu agieren, bevor sich Politiker etwas einfallen lassen." Die Vergangenheit zeige laut Seuren, dass diese Lobbyarbeit durchaus Erfolg habe. So sei zum Beispiel durch die Verbände eine geplante Verordnung gekippt worden, nach der Hydraulikschläuche alle sechs Jahre automatisch gewechselt werden müssten. Heute sei nicht mehr die Zeitdauer, sondern die Sicht- und Funktionskontrolle entscheidend, ob ein Wechsel angebracht sei. Erfolg hatte die Arbeit auch bei der abgewehrten Besteuerung (Kfz-Steuer) von selbst fahrenden Arbeitsmaschinen oder bei der Befreiung von der Umweltplakettenpflicht. Seuren: „Wir haben nachweislich Erfolg, wenn wir aktiv mitreden und die Schreibtischtäter nicht zu lange nachdenken lassen. Je stärker dabei der Verband ist, desto stärker die Einflussnahme."

ROI-Denken verhindert Mitgliedschaft

Wenn so viel für die Verbandsmitgliedschaft spricht, warum sind dann nicht alle Unternehmen Mitglied? Seurens Erklärung ist klar und deutlich: Es herrsche eine immer stärkere Return-on-Invest- und Geiz-ist-Geil-Mentalität in Deutschland. „Wer austritt und glaubt, dadurch 500 Euro zu sparen vergisst, dass Verbandsarbeit eine Leistung ist, die langfristig wirkt und nicht sofort mit einem pekuniären Vorteil vergütet werden kann." Ursächlich für die fehlende Offenheit sei aber auch, dass Unternehmen hierzulande glaubten, durch Isolation und Verschluss nach außen im Wettbewerb erfolgreicher zu sein. Seuren: „In anderen Ländern funktioniert das besser, dort ziehen alle Verbandsmitglieder gemeinsam an einem Strang, ohne die Eigenständigkeit zu verlieren."

Seuren ist sich trotz der Ablehnung aber sicher, dass bei vielen Unternehmen bereits ein kleines Pflänzchen des Umdenkens wächst. „Wir erleben, dass hier die Diskussionsbereitschaft und Offenheit wächst." Ursache dafür sei auch, dass viele Begleiterscheinungen der Globalisierung allein nicht mehr zu bewältigen seien, wie etwa das Beispiel der Maschinenplagiate.

In einem ist sich der bbi-Vorsitzende sicher: Allein die Unternehmer zu kritisieren, reicht nicht aus. Was zählt, ist auch ein starkes Angebot von Verbandsseite. „Wir haben uns daher zum Ziel gesetzt, das Angebot des bbi noch zu erweitern und noch mehr Unterstützung für die tägliche Arbeit zu bieten." Neben einer noch stärkeren Zusammenarbeit mit ausländischen Verbänden zielt das Engagement vor allem auf die Bereiche Aus- und Weiterbildung. So soll es zukünftig noch mehr Seminare und Angebote geben, in denen die „brennenden" Themen der Zukunft wie Personalgewinnung, Außenwirkung oder Image der Unternehmen behandelt werden. Eventuell soll zu diesem Zweck eine eigene Akademie gegründet werden.

Wichtig ist für Seuren zudem die bisherige strenge Separierung des Verbandes in Einzelarbeitsgruppen und Fachbereiche aufzuweichen und die Gewichtung der Fachreferate zu verändern, um die Kommunikation zu erleichtern. „Wir wollen nicht nur in bestimmten Bereichen wachsen, sondern auch mehr branchenübergreifende Veranstaltungen organisieren und so gewährleisten, dass ein Arbeitsbühnenvermieter viel stärker mit einem Baumaschinenhändler spricht."

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