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BAUMA 2022 – 20 NEUHEITEN Münchner Messe-Highlights im Fokus

Auch die 33. Auflage der Weltleitmesse bauma in München kann als Erfolg gewertet werden. Beim umfassenden Baumaschinen-Angebot lagen die Schwerpunkte unter anderem auf Klima-Neutralität, Digitalisierung sowie Automatisierung. Bauhof-online.de hat vor Ort die Highlights der einzelnen Hersteller genauer unter die Lupe genommen.

Lesedauer: min | Bildquelle: Michael Loskarn, Tim Knott; Bildergalerie: Tim Knott
Von: Tim Knott
Von: Michael Loskarn

Alles ist nass, die Wege sind voller Pfützen und der Wind reißt an den Regenschirmen: So hatte sich die Veranstaltungsleitung den Auftakt der bauma – der Weltleitmesse für Baumaschinen – sicherlich nicht vorgestellt. Schon seit Stunden prasselt der Regen auf die Bagger, Dumper und Krane, die eindrucksvoll auf dem Freigelände präsentiert werden. Trotz des suboptimalen Wetters ist der Enthusiasmus der Besucher ungebrochen. „Die Leute haben Lust, das merkt man eindeutig“, ist sich ein Hersteller sicher. Und dies schlägt sich auch in den offiziellen Zahlen nieder: Insgesamt rund 3.200 Aussteller aus 60 Ländern sowie mehr als 495.000 Besucher aus über 200 Ländern suchen das Messegelände zwischen dem 24. und 30. Oktober auf. Dies übertrifft zwar bei Weitem nicht die Besucheranzahl der Messeausgabe von 2019 (627.603), dennoch wurden die Erwartungen der Branche laut Aussagen diverser Hersteller übertroffen. Ein wichtiger Grund hierfür: die Ausrichtung der Messe. Neben klimatechnischen Themen wie der CO2-Neutralität liegen Schwerpunkte auch auf Digitalisierung und Automatisierung.

Avant setzt auf eigene Akku-Technologie

Zwei neue Elektrolader-Modelle präsentiert die Avant Tecno Deutschland GmbH auf der Münchner Weltleitmesse: den e5-27 (27 kWh) und den e5-13 (13 kWh). Vorteil: Im finnischen Hauptwerk fertigt der Hersteller von 2023 an eigene, leistungsstarke Akkus für die Maschinen im knalligen Grün. Deutschland-Chef Jörg Majoli: „Avant OptiTemp-Akkus verfügen über ein weltweit einzigartiges Wärme-Managementsystem. Im Vergleich zu Batteriesystemen anderer Hersteller ist ihre Kapazität rund doppelt so groß. Mit voll aufgeladenem Akku ist der Avant e5-27 den ganzen Tag über einsatzbereit – ohne Nachladen.“ Übrigens: Seit 1996 beschäftigen sich die Finnen mit der E-Technik.

Bereits auf der GaLaBau hatte Berti Macchine Agricole den hydraulischen Forstmulcher KX/SSL 150 in den Vordergrund gerückt – so auch in der bayerischen Hauptstadt. Wenngleich Export Manager Ivan Bianchi den Fokus auf den CKT/FX 80 legt. Insbesondere für Minibagger von fünf bis sieben Tonnen eignet sich der kleinste hydraulische Forst-Mulchkopf der Italiener. Stabilität verspricht das Gerät aufgrund des hydraulischen Kolbenmotors aus Gusseisen inklusive Drainage-Leitung sowie hydraulischem Ventilblock „Berti Fluid Box“. Dass die aus Hardox gefertigten Maschinen auf dem Markt gut ankommen, beweise nicht zuletzt das für 2022 erwartete Umsatzplus in Höhe von circa 15 Prozent.

Sensoren in der Antriebswelle liefern Daten über Drehmoment

Nicht minder erfolgreich laufen – laut Marketingleiter Florian Resch – die Geschäfte bei der HKS Dreh-Antriebe GmbH. Schließlich sei die Zeit seit der bauma 2019 entwicklungstechnisch sinnvoll genutzt worden. „Beispielsweise haben wir die XtraTilt-Serie für Bagger von ein bis zwölf Tonnen überarbeitet. Aufgrund geringerer Reibungswerte in den Anbaugeräten verfügen diese über mehr Drehmoment und Leistung.“ Ganz aktuell laufen Feldtests bzgl. verbauter Sensoren in der Antriebswelle, die das Drehmoment anzeigen oder diese Daten in eine Cloud senden. Neu außerdem: die Feststielanbindung sowie der TR90 TiltRotator als Zwischengröße für Bagger von 5,5 bis neun Tonnen.

Auch die Experten der Lehnhoff Hartstahl GmbH haben die vergangenen drei Jahre genutzt, um beispielsweise ihre Double-Lock-Schnellwechsler bis zur 40-Tonnen-Klasse anbieten zu können. Der neue Sicherheitsstandard verhindere im Falle einer Fehlverriegelung rein mechanisch über eine mittig angebrachte Sicherheitsklaue das Herabfallen des Anbaugerätes, klärt Marketingleiter Rainer Matz auf. Außerdem hochinteressant: ein symmetrischer Schnellwechsler der SQ-Reihe für Bagger zwischen acht und 43 Tonnen. Durch einen symmetrisch aufgebauten Ventilblock lassen sich Schwenklöffel oder Brecher-Löffel auch im Hochlöffel-Modus hydraulisch betreiben.


Neuartige Lösung beim Energie-Management

Ein komplettes Sortiment mittelgroßer E-Produkte stellt die Mecalac Baumaschinen GmbH vor: bestehend aus dem Elf-Tonnen-Bagger e12, dem 1000-Liter-Schwenklader es1000 und dem Sechs-Tonnen-Dumper ed6 – inklusive bauseitiger Hochleistungs-Batterieladelösung. „Mit diesen sich ergänzenden Produkten können nun alle Erdbewegungsarbeiten (Graben, Laden und Transportieren) mit emissionsfreien Maschinen erledigt werden“, schildert Fenna Stave, Sales Administration. Lösung: Eine neuartige Technologie beim hydraulischen Verteilersystem sowie beim Energie-Management der Heizung und Klimaanlage, um den Energieverbrauch drastisch zu senken, ohne die Autonomie und Leistung zu beeinträchtigen.

Zwar hatte es der neue Multifunktionslader 11.6 der MultiOne Deutschland GmbH den Experten bereits auf der GaLaBau angetan. Zugegebenermaßen macht es jedoch durchaus Eindruck, wenn der Kleine in Aktion kurzerhand zwei Tonnen auf bis zu 3,70 Meter Höhe wuchtet. Okay, am Heck hängt zwar ein 440-kg-Kontergewicht, dennoch besticht das Fahrzeug durch Power und Wendigkeit. Ebenfalls ein spannendes Lader-Konzept: der vollelektrische EZ 5. Hydrostatisch angetrieben, verfügt die Maschine über 890 kg Hubkraft bei einer Hubhöhe von 2,75 Metern. Im Power-Modus ermöglichen die Lithium-Ionen-Akkus rund fünf Stunden Arbeit, und nach einer Stunde Aufladen sind erneut drei Stunden möglich.

Fällbagger und Teleskoplader mit Höhenaussicht

Mit dem 728 E präsentiert die Sennebogen Maschinenfabrik GmbH einen äußerst reichweitenstarken Fällbagger – bis zu 21 Meter –, der in erster Linie zur Straßenbegleitgrün- sowie Baumpflege eingesetzt wird. PR-Managerin Franziska Limbrunner: „Lediglich ein Mann bedient den 728 E, greift etwa einen ,Problembaum‘, sägt ihn ab und legt ihn auf ein Transportfahrzeug. Und bei nur vier Metern Abstützbreite entfallen darüber hinaus aufwendige Straßensperren vor Ort.“ Wie der Fällbagger verfügt auch der neue Teleskoplader 340 G über eine Hochkabine, die letztlich eine Augenhöhe von 4,10 Metern ermöglicht – bei vier Tonnen Traglast und einer Stapelhöhe von 7,70 Metern.

„Wir haben die vergangenen zwei bis drei Jahre genutzt, um eine Profilschärfung vorzunehmen und um weitere Spezialanwendungen für den Straßenbau zu entwickeln“, sagt Tom Dilger, COO der Sobernheimer Maschinenbau GmbH. So sei beispielsweise auf Basis der Baukehrmaschine BKM eine verschiebbare Sonderausführung entstanden – und zwar im Sinne einer Selbstfahrer-Kehrmaschine. Ebenfalls neu entwickelt: die BKM Maxi – für die die BKM Solid als Basis diente –, mit der Kehrbreiten von bis zu vier Metern realisierbar sind. Als 2,70-Meter-Variante weist die Maxi eine Außenbreite von knapp drei Metern auf und kann so auch auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden.

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Baggern, baggern, baggern

Bewährte Bagger gibt’s dagegen bei der Kobelco Construction Machinery Europe B.V. zu sehen. So präsentiert das Unternehmen unter anderem einen SK85 MSR-7. Dieser ist mit einem Euro-V-Hochleistungsmotor ausgestattet und bietet auch auf schwierigen Baustellen eine solide Leistung. Des Weiteren verfügt die Maschine über eine Kamera auf der rechten sowie eine an der Hinterseite, um eine gute Übersicht zu ermöglichen. Auf einem Zehn-Zoll-Farbmonitor innerhalb der Kabine sind alle wichtigen Parameter sowie Kamerasignale gut zu erkennen.

Historisch wird es beim japanischen Baggerhersteller Takeuchi. Dort findet sich ein originaler TB-1000 aus den 70er-Jahren, laut Hersteller der erste Minibagger mit einem um 360 Grad drehbaren Oberwagen. Von dem Museumsstück aus lässt sich die Evolution der Minibagger gut nachvollziehen, die bei den beiden aktuellen Modellen TB 350 R und TB 335 R endet. Die 5,0 und 3,7 Tonnen schweren Bagger bieten bis zu vier Steuerkreise, einen drucklosen Rücklauf sowie Powertilt und einen hydraulischen Schnellwechsler mit integrierten Lasthaken.

„Bei akkutechnischen Maschinen gibt es im Prinzip zwei Probleme: die Laufzeit und die Ladezeit“, berichtet Christopher Jarvis, Produktmanager der Sany Heavy Industry CO. Ltd. Beide Komplikationen soll der neue SY19E-Minibagger gleichermaßen lösen. So bietet die Maschine eine kompakte Lithium-Eisenphosphat-Batterie, die eine hohe Dichte aufweist und eine Laufzeit von bis zu sechs Stunden ermöglicht. Um den Akku schnell wieder zu laden, lässt sich der Bagger entweder via Steckdose (neun Stunden Ladezeit), Wechselstrom (2,5 Stunden) oder Gleichstrom laden (Schnell-Ladung innerhalb von 1,5 Stunden).

In jedem Gelände unterwegs

Geländegängig wird es am Stand der Kaiser AG, an dem zahlreiche Schreitbagger zu sehen sind. Besonders sei jedoch der S8, wie Produktmanager Markus Vetsch betont. Gegenüber vergleichbaren Modellen verfüge das Gerät über 25 Prozent mehr Abdruckkraft. „Und beim Schreitbagger ist die Kraft nach unten genauso wichtig wie die nach oben“, betont er. Des Weiteren bietet die Maschine zahlreiche Verstellmöglichkeiten des Unterwagens und kann deshalb auf diversen Untergründen eingesetzt werden.

Diverse Funkraupen umfasst das Portfolio der Prinoth GmbH – so auch die Raptor 100. Das ferngesteuerte Trägerfahrzeug verfügt über ein Fahrwerk, das von 1.200 bis 1.600 mm in der Breite verstellbar ist. Damit lassen sich Steigungen von bis zu 45 Grad befahren und das bei niedrigem Bodendruck. Ausgestattet ist die Raptor 100 mit einem leistungsstarken und effizienten 75-PS-Deutz-Motor sowie einem Cleanfix-Umkehrlüfter. Alle Funktionen sind über eine Fernsteuerung mit einer Reichweite von 100 Metern zu bedienen.

Die Hydrema Baumaschinen GmbH setzt mit dem E-Muldenkipper DT 6 auf Nachhaltigkeit. Entstanden ist die Maschine auf Basis des 707G, des kleinsten Dumpers im Unternehmensportfolio. Gespeist wird das Gerät aus einem leistungsstarken Lithium-Ionen-Akku. Hierbei gibt es jedoch keine Kombination aus Elektro- und Hydraulikantrieb. Stattdessen wird die gesamte Maschine zu 100 Prozent mit Strom betrieben.

Teleskoplader: futuristisch und reichweitenstark

Bei der Führung durch die neuen Produkte von Bobcat Europe entsteht zeitweilig der Eindruck, in einem Science-Fiction Film gelandet zu sein. So wird der Teleskoplader TL 4380.HF auf den Fensterflächen nun mit einem halbtransparenten T-Oled-Touch Display erweitert, das einen Blick auf die Umgebung erlaubt, allerdings auch mit individuellen Maschinendisplays, Kamerafeeds oder ähnlichen Applikationen ausgestattet werden kann. Außerdem hat das Unternehmen die Palette um neue Kompakttraktoren, Nullwendekreismäher und Rasentechnik zur Grundstückspflege ergänzt.

Auch aufseiten der Kramer Werke GmbH wird es elektrisch. Laut Herstellerangaben handelt es sich bei dem 1445 um den kompaktesten Teleskoplader des Unternehmens der nun um eine E-Version mit 96-Volt-Lithium-Ionen-Technologie ergänzt wurde. Leistungsparameter, Geländegängigkeit als auch der Bedienkomfort des 1445e entsprechen jenen des herkömmlichen Kramer Diesel-Teleskopladers. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h. Für das Modell stehen eine 18-kWh-oder 28-kWh-Batterie zur Verfügung.

Eine Neuerung in Sachen Komfort stellt die Merlo Deutschland GmbH vor. So verfügen Maschinen der Kompaktklasse – wie der Teleskoplader TF 30,7 CS Plus – nun auch über Cabin Suspension (CS). Mit dieser Schwingungsdämpfung lassen sich die Vibrationen und Schalldruckpegel während des Arbeitsalltags reduzieren. Wird der Mechanismus eingeschaltet, hebt ein Hydraulikzylinder die Kabine um circa 60 mm an und aktiviert die Dämpfung. Einmal in Betrieb, bietet der hydropneumatische Zylinder einen Federweg von 110 mm für das Kabinenmodul.

Mehr Ergonomie für eine bessere Steuerung

Damit die Bedienung ihrer Maschinen in Zukunft besser von der Hand geht, hat die Rototilt GmbH mit dem RC-System eine neue Bedienung entwickelt. „Ergonomie spielt dabei eine wichtige Rolle“, betont Produktmanagerin Caroline Johnson. Und tatsächlich wirken die präsentierten Joysticks gut an das Arbeiten angepasst. Darüber hinaus bieten sie außerdem individuelle Konfigurationsmöglichkeiten, denn viele der Joystick-Tasten lassen sich je nach Bedarf des Anwenders belegen. Zur Unterstützung bietet das Unternehmen auch eine neue App an, mit der die einzelnen Parameter der Maschine auf einen Blick erfasst werden können.

Klein, kompakt, kommunal – so oder ähnlich könnte das Anbaugerät beschrieben werden, das die FASSI Ladekrane GmbH ausstellt. Mit dem F30CY.0-23 e-active bietet das Unternehmen einen Kran, der mit einer Vielzahl an Fahrzeugen kompatibel ist und darüber hinaus als absattelbares Wechselsystem konzipiert wurde. Der 6,3 Meter lange Ausleger ermöglicht das Heben von Lasten mit einem Gewicht von bis zu 355 kg. Dank niedriger Literleistung der Hydraulikpumpe und geringem Arbeitsdruck ist die Maschine außerdem sehr energieeffizient konzipiert.

Mit dem Nuron stellt die Hilti Deutschland GmbH ein neues 22-Volt-Akku-System vor. Auf Basis der Li-Ion-Akku-Technologie entwickelt, bieten die neuen Akkus leistungsstarke Zellen und eine neu konzipierte Schnittstelle. So lassen sich die Stromspeicher in zahlreichen Anwendungen nutzen – vom Schrauber bis zum Trennjäger. Für adäquate Leistung sind die Akkus in fünf verschiedene Größen verfügbar. Außerdem wurden die Akkus hinsichtlich Effizienz und Robustheit überarbeitet. Ein verbessertes Wärme-Management soll dabei für eine längere Leistungsfähigkeit sorgen.

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