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Baggeranbaugerät ohne Bagger?

Ein Baggeranbaugerät anzuschaffen, ohne einen Bagger zu besitzen, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Dass der Erwerb einer Wurzelratte dennoch sinnvoll ist, um Wurzelrodungen schnell und einfach mit einem Mietbagger in Eigenregie durchführen zu können, zeigt das Beispiel der Technischen Betriebe Gevelsberg.

Für die 32.000-Einwohner-Gemeinde Gevelsberg im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen lohnt sich kein eigener Bagger, deshalb mietet die Gemeinde in regelmäßigen Abständen einen Mobilbagger für anfallende Arbeiten. Seit der Anschaffung des Anbaugerätes Wurzelratte W12, die für Baggergrößen zwischen fünf und zwölf Tonnen geeignet ist, erledigen die Technischen Betriebe nun auch die fälligen Wurzelrodungen in Eigenregie. Zuvor waren diese Arbeiten an externe Fräsdienste beauftragt worden.

Wenn die Fräse an ihre Grenzen kommt
Entlang der Gemeindestraßen vor Ort sind teilweise steile Böschungen und Straßenbankette vorzufinden, die bis zu 45 Grad geneigt sowie zwei bis drei Meter hoch sind. Die Fräsdienste kamen hier in der Vergangenheit immer wieder an ihre Grenzen, weil schlicht nicht riskiert werden konnte, dass ihre Fräse bei der Entfernung der Wurzeln umfällt. Deshalb wiederum kam es öfter zu Schäden an den Mähgeräten, weil die dabei verbliebenen Wurzelstubben beim Mulchen im Weg waren und die Mähwerke häufig daran hängen blieben. Bagger und Wurzelratte haben hingegen kein Problem mit Böschungen. Während der Bagger selbst eben und stabil steht, kann mit dem Baggerarm auch an steil geneigten Flächen gerodet werden. „Die Reparaturkosten, die zuvor regelmäßig angefallen sind, sparen wir nun“, nennt Carsten Förster, zuständiger Meister für die Straßenunterhaltung und Grünflächenpflege bei den Technischen Betrieben Gevelsberg, als einen der Gründe für die Anschaffung der Wurzelratte.

Sobald ein geliehener Mobilbagger vorhanden ist, fahren die Mitarbeiter der Gemeinde nun mit der eigenen Wurzelratte die Rodungsstellen der Reihe nach an und führen Rodungsarbeiten durch. „Bei der letzten Rodungsaktion schaffte unser gut geübter Baggerfahrer in weniger als drei Tagen über 60 Wurzelstubben“, so Carsten Förster. „Nachdem wir in einer Vorführung gesehen hatten, wie einfach Rodungen mit der Wurzelratte vonstattengehen, stand schnell fest, dass wir damit arbeiten wollen.“

Vielfältige Vorteile im Vergleich mit anderen Verfahren
Die Entfernung der Wurzeln läuft mit der Wurzelratte schonend, aber dennoch gründlicher als mit herkömmlichen Verfahren. Beim Ausreißen von Wurzeln mit der Baggerschaufel können Sekundärschäden entstehen, etwa am Asphalt oder an Leitungen. Mit der Wurzelratte hingegen schabt man die Wurzeln Stück für Stück ab und befördert sie ans Tageslicht, sodass saubere, zerkleinerte Holzstücke übrig bleiben. Wurzeln, die sich unter einer asphaltierten Fläche oder nahe an Rohren befinden, können einfach abgetrennt werden, sodass nichts beschädigt wird. Dennoch sind die Rodungen qualitativ besser, weil sämtliche Wurzeln bis weit unter Flur entfernt werden können und nicht nur der zentrale Baumstumpf wie mit der Fräse. Das Restmaterial, reines Wurzelholz, bringen die Technischen Betriebe zudem in eine Biogasanlage zur weiteren Verwertung. Bei Rodungsstellen nahe dem Wald können die Wurzelreste sogar gleich an Ort und Stelle verbleiben. Mit den Fräsabfällen oder vom Bagger ausgerissenen Wurzeln war weder das eine noch das andere möglich. Da das Material zu stark mit Dreck und Steinen durchsetzt war, musste es entsorgt werden. Angesichts all dieser handfesten Vorteile fiel die Entscheidung zum Kauf des Gerätes in Gevelsberg nicht schwer. Auch weil es aus solidem Stahl gefertigt und damit quasi „unkaputtbar“ ist: „Eine Stubbenfräse hätten wir uns jedenfalls niemals gekauft, denn der Verschleiß und die laufenden Kosten eines solchen Gerätes sind viel zu hoch“, so Förster. „Die Anschaffung der Wurzelratte hingegen lohnt sich definitiv auch ohne Bagger.“

www.wurzelratte.de

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