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Autogas-Umrüstung für Lkw

Autogas- oder Flüssiggasumrüstungen sind im Pkw nichts neues und werden schon von vielen Herstellern angeboten. Bei Lastkraftwagen und Bussen ist diese Technik jedoch neu. Das erste Unternehmen in Deutschland, das Dieselmotoren in Nutzfahrzeugen zu Autogasmotoren umrüstet und schon jetzt zur Serienreife gebracht hat, ist die Firma Greencar aus Itzehoe.

Der Vorteil der Umrüstung liegt nach Aussage des Geschäftsführers Ingo Börner nicht nur im günstigeren Betrieb, der eine Amortisation je nach Laufleistung schon nach knapp drei Jahren ermöglicht. "Vielmehr steht der Umweltgedanke an erster Stelle, denn durch die Einführung von Umweltzonen in Gemeinden müssen auch Nutzfahrzeuge ihre Sauberkeit nachweisen oder ihnen bleibt die Zufahrt verwehrt", so Börner.

Mit der besonderen Greencar-Technik soll auch das Erreichen der EEV-Norm kein Problem sein. Diese europäische Abgasnorm (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) ist strenger als die derzeit für Nutzfahrzeuge geltende Euro 3-Norm. Auch die zukünftige Euro 5-Norm hat Greencar schon im Visier, wenn die ersten Kinderkrankheiten überwunden sind. "Uns fehlen die Informationen der Lkw-Hersteller über deren Diesel- und Getriebe-Steuergeräte. So müssen wir die Anpassung und Adaption in mühseliger Kleinarbeit und mit vielen Versuchen selbst schaffen. Das kostet Geld und Zeit, da jeder Motor anders ist", meint Ingo Börner.

Was die Itzehoer bisher geschafft haben, ist schon recht beachtlich. Ein Mercedes-Benz Actros 1832 mit V6-Dieselmotor wurde zum Flüssiggas-Laster umgebaut und steht kurz vor der TÜV-Prüfung. Für technisch Versierte beschreibt Börner, was beim Actros bisher gemacht wurde: "Wir haben mit der Firma Schmidt-Kraftfahrzeuge in Heide den Motor zerlegt, die Kolben stark bearbeitet und die sechs Zylinderköpfe mit Zündkerzen ausgestattet. Alle Einspritzdüsen, Glühkerzen und Dieselleitungen wurden entfernt. Hinzugekommen ist eine TÜV-abgenommene Flüssiggastankanlage mit 600 Litern Inhalt, ein Gasmotor-Steuergerät, Zündspule, Sensoren und Katalysator samt Lambda-Regelung. Mit einer einzigartigen sequentiellen Einspritztechnik wird das Autogas in die Brennräume eingespritzt", so Börner.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Bei einige Runden mit dem umgebauten Actros überzeugte der ruhige Lauf des 12-Liter-Motors. Ansonsten sind während der Fahrt keine wesentlichen Unterschiede zu spüren. Die Leistung soll etwa 16 Prozent geringer sein als beim Diesel. Rund 500 Kilometer beträgt die Reichweite mit einer Flüssiggas-Tankfüllung. Damit sind Busse im Nahverkehr sowie Speditions- und Kurierdienste im erweiterten Stadtverkehr die Kunden, die Greencar ansprechen will. Die Umbaukosten betragen je nach Fahrzeug ab 21 000 Euro.

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