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Fit in den Winterschlaf – fit für die kommende Saison – Teil 2

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: AS Motor

Im Herbst können Rasenmäher, Aufsitzmäher und unzählige andere Gartengeräte einen Gang runterschalten. Die meisten Arbeiten sind erledigt und es bleibt wieder etwas mehr Zeit, sich um Instandhaltung, Reparatur und Wartung zu kümmern. Im zweiten Teil unserer Serie rund um den Winter Check-up stehen der Motor, die Elektrik und die Reifen im Mittelpunkt. Auch hier haben wir wieder den Motor-Experten Wolfgang Gerlach aus dem Hause AS-Motor gefragt, was es zu beachten gibt.

Wellness für den Motor

Zu Beginn gleich eine gute Nachricht für alle Besitzer von Elektro- oder Batteriemähern: Elektromotoren sind normalerweise wartungsfrei. Nur gelegentlich muss ein Luftfiltervlies des Kühlventilators gereinigt werden.

Bei Verbrennungsmotoren müssen dagegen einige Punkte abgearbeitet werden. Begonnen wird mit dem Luftfilter. Dieser wird ausgebaut und dann auf Verunreinigungen untersucht. Trockener Staub, Pflanzensamen und Fremdkörper können durch leichtes Ausklopfen entfernt werden. Beschädigte, stark verschmutzte oder durch Öl und Benzin verunreinigte Filter müssen dagegen ersetzt werden. Unser Experte weist darauf hin, dass man beim Filterkauf unbedingt auf Originalteile des Herstellers achten soll. Aktuell seien leider sehr viele minderwertige Kopien im Handel erhältlich. Motorschäden durch kopierte Filter nähmen in letzter Zeit zu. Hinzu kommt, dass die Staubbelastung der Motoren durch die Trockenheit in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen ist. Verkürzen Sie deshalb das Kontrollintervall des Luftfilters während der laufenden Saison.

Wenn der Motor der Maschine vor der Winterpause ordnungsgemäß gelaufen ist, entfällt das Herausschrauben und die Reinigung der Zündkerze. Hier muss man erst bei Störungen aktiv werden oder beim nächsten vorgeschriebenen Service-Intervall des Motorenherstellers.


Vergaser und Tank entleeren

Den Vergaser müssen Sie vorsichtig von außen reinigen. Achten Sie darauf, dass Sie keine Zugfedern beschädigen oder Schrauben lösen. Bei Viertakt-Motoren wird der Vergaser zudem vor der Einlagerung geleert. Schließen Sie dazu den Benzinhahn, starten den Motor und lassen ihn leerlaufen bis er von selbst ausgeht. Im Benzinfilter und der Kraftstoffleitung verbleibt noch Kraftstoff, der Vergaser ist aber fast ganz entleert. Manche Vergaser besitzen zudem eine Ablassschraube für den verbleibenden Restkraftstoff. Nutzen Sie diese, falls vorhanden.

Versuchen Sie beim letzten Mähen den Benzintank so weit wie möglich leer zu fahren. Im Frühjahr tanken Sie dann frischen Kraftstoff. Maschinen mit Metall-Tanks überwintert man dagegen besser in vollem Zustand, um Korrosion und Kondenswasser zu vermeiden.

Bei Geräten mit Zweitakt-Motoren (außer Motorsägen und Freischneider) muss der Vergaser ebenfalls für die Einlagerung entleert werden. Gehen Sie hier wie bei einem Viertakter vor. Im Anschluss daran empfiehlt es sich zudem den Kraftstofftank zu leeren, da sich das Zweitakt-Gemisch über den Winter entmischen könnte und es dann im Frühjahr zu Motorschäden kommen kann. Lassen Sie die Tankentlüftung geöffnet. Der Benzinhahn bleibt aber geschlossen. Bei Temperaturunterschieden könnte sich der Tank sonst einbeulen oder dehnen. Grundsätzlich gilt für Zweitakt-Gemische: Verwenden Sie nur vollsynthetische Zweitakt-Öle. Veraltete, mineralische Öle haben ausgedient.

Gerlach weist zudem darauf hin, dass das Öl im Kraftstoffgemisch von Zweitakt-Motoren den Kraftstofffilter während der Winterzeit eventuell verklebt und empfiehlt: „Spendieren Sie ihrem Zweitakt-Mäher im Frühjahr einen neuen Kraftstofffilter. Dieser kostet wenig und beugt Startproblemen und unrundem Motorlauf vor.“

Saubere Kühlung und ausreichend Öl

Die Benzinmotoren von Aufsitzmähern und Verbrennungs-Rasenmähern sind meist luftgekühlt. Im Rahmen des Winter Check-ups müssen die Lüftungsgitter der Kühlluftansaugung gereinigt werden. Kontrollieren Sie zudem, wenn möglich, ob die Kühlrippen des Motors sauber sind und die Luftleitbleche intakt. Diese Reinigung und volle Inspektion kann jedoch nur ein Fachhändler durchführen, da das Kühlsystem mit Motorabdeckungen versehen ist. Denken Sie daran, dass verschmutze Kühlrippen zu einer Überhitzung des Motors führen können.

Bei Viertakt-Motoren prüfen Sie den Ölstand mithilfe des Messtabes. Eventuell fehlendes Öl wird bis zur Maximal-Markierung mit dem verlangten Öl nachgefüllt. Vergewissern Sie sich, dass das Ölwechsel- und Ölfilter-Service-Intervall für den Motor, den Hydrostaten und ggf. für das Getriebe eingehalten wurde. Bei Zweitakt-Motoren entfällt diese Kontrolle, da sie kein Motorenöl enthalten.

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Batterien richtig überwintern

Hinsichtlich der Elektrik ist zunächst eine Sichtprüfung der Kabel, des Kabelbaums, der Stecker, der Abdeckungen und der Kabelbefestigungen erforderlich. Bezüglich der Batterien gibt es folgendes zu beachten: In Aufsitzmähern kommen heute wartungsfreie Nass- und Gelbatterien zum Einsatz. Wartungsfrei bedeutet dabei, dass keine Säure oder Wasser nachgefüllt werden muss. Es bedeutet aber nicht, dass die Batterie bei Nichtbenutzung nicht regelmäßig geladen und somit erhalten werden muss. Eine einmal tiefentladene Batterie trägt einen dauerhaften Schaden davon. Daher empfiehlt es sich bei Frostgefahr während der Lagerung die Batterie auszubauen und an einem trockenen Lagerort bei 15 bis 18° Celsius zu lagern. Das Gleiche gilt für Li-Ion-Akkus. Zudem sollten mindestens einmal im Monat die Batterien von Aufsitzmähern geladen werden. Besonders hilfreich sind hierfür sogenannte Dauererhaltungs-Ladegeräte mit intelligenter Elektronik. Diese sind schon für rund 20 Euro im Autozubehörhandel erhältlich. Li-Ion-Akkus sollten mit einem Ladestand von ca. 50 Prozent eingelagert werden. Grundsätzlich gilt, dass Batterien an einem brandsicheren Ort, z.B. in einem Stahlschrank oder einer Metallkiste gelagert werden müssen. Besonders von beschädigten Li-Ion-Akkus geht eine erhöhte Brandgefahr aus.

Der richtige Druck im Reifen

Aufsitzmäher und Gartengeräte fahren nur geringe Geschwindigkeiten. Ein Aufbocken der Maschinen zur Vermeidung von Standbeulen an den Reifen ist nicht notwendig. Ein paar Pflege- und Kontrollmaßnahmen machen dennoch Sinn. Pumpen Sie die Reifen auf leicht erhöhten Betriebsdruck auf. Zusätzlich sollten die Reifen auf Risse, Schnitte, Porosität, Stacheln und Beulen untersucht werden. Ebenso ist zu kontrollieren, ob sich Fremdkörper zwischen Felgenhorn und Reifen geschoben haben und die Radschrauben fest sind. Bei Schlauchreifen muss zudem geprüft werden, ob das Ventil geradesteht oder ob es sich verschoben hat. Gegebenenfalls muss die Luft abgelassen und der Mantel ausgerichtet werden, da sonst die Gefahr besteht, dass das Ventil abschert.

Bei jedem Reifen, besonders aber bei schlauchlosen Reifen lohnt es sich, ein Reifendichtmittel einzufüllen. Ausfallzeiten werden damit stark reduziert. Die Funktion ist sogar bei vielen im Reifen steckenden Dornen gewährleistet. Reifen mit Dichtmittel können bei längerem Stehen etwas an Druck verlieren. Das ist normal, da das Dichtmittel nur bei regelmäßiger Fahrt im Reifen verteilt wird und seine Wirkung voll entfalten kann. Pumpen Sie diese Reifen einfach im Frühjahr wieder auf und fahren Sie ein paar Meter. Kurz vor Saisonbeginn kontrollieren Sie nochmals, ob alle Reifen noch Druck haben oder ob einige „Schleicher“ dabei sind. So vermeiden Sie die erste negative Erfahrung in der neuen Saison.

Die neue Saison kann kommen

Nun sind Ihre Maschinen bereit für den Winterschlaf. Zum Beginn der kommenden Mähsaison sollten sie sofort einsatzbereit sein, ohne nervige Überraschungen. Vorausgesetzt, Sie haben sich alle entdeckten Mängel des Check-Ups aufgeschrieben und behoben, bzw. beheben lassen. Nutzen Sie die ruhigere Winterzeit bei Ihrem Fachhändler, um notwendige Reparaturen in Ruhe ausführen zu lassen. Bitte vertrauen Sie Arbeiten an Messern und sicherheitsrelevanten Bauteilen immer dem Fachmann an. Wir wünschen Ihnen frohes Schaffen und gutes Mähen in der nächsten Saison.

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