Kommunen

Allgäu: Kommunen sparen beim Streusalz

Die Vorräte schwinden und Nachlieferungen sind unsicher und verzögern sich

Häufiger als sonst klingelt zur Zeit beim Lindenberger Bauhofleiter Anton Fink das Telefon. Immer wieder beschweren sich Bürger, die Straßen seien schlecht geräumt und glatt. Tatsächlich beschränken die rund 15 Bauhofmitarbeiter ihre Streutätigkeit derzeit auf das Nötigste. Denn die Stadt muss mit ihrem Streusalz haushalten. Die Vorräte schwinden schneller als gedacht und die Nachlieferungen sind unsicher und verzögern sich. «Die Lindenberger sind da ein bisschen verwöhnt», sagt Fink. Bisher seien alle Straßen in Lindenberg gestreut worden, doch seit kurzem beschränke man sich auf die Hauptstrecken und Straßen mit Steigungen, so Fink.

«Die Zufahrt zum Krankenhaus muss natürlich immer gestreut werden, aber nicht unbedingt eine Sackgasse mit zehn Häusern», sagt Fink. Seit dem 23. November ist seine Mannschaft ständig unterwegs. «Bis Weihnachten haben sich bei den Bauhofmitarbeitern jeweils rund 70 Überstunden angesammelt», sagt er.

Lieferung in acht Wochen

Nicht nur in Lindenberg wird sparsam gestreut, auch die anderen Westallgäuer Kommunen reagieren auf die bundesweite Salzknappheit. Für Opfenbach etwa könnte es die nächsten Wochen eng werden. Noch zehn Tonnen Streusalz hat die Kommune auf Lager und die nächste Lieferung soll erst in acht Wochen kommen. «Damit müssten wir gerade so hinkommen», hofft Geschäftsleiter Claus Schwerdle. Das momentan herrschende Tauwetter kommt Opfenbach zwar gelegen, doch ganz ums Streuen kommt der Bauhof trotzdem nicht herum.

«Abends zieht es an, dann müssen wir fahren», sagt Schwerdle.

Dass die Opfenbacher vielleicht bald in leere Streusalzlager blicken werden, liegt laut Schwerdle nicht an falschen Kalkulationen oder einem zu großzügigen Umgang mit dem Salz. «Das Problem ist, dass wir nur begrenzte Lagermöglichkeiten haben», sagt Schwerdle. Gerade einmal 25 Tonnen passen in das Silo der Gemeinde. Für die nächsten Jahre werde deshalb überlegt, zusätzlich Salz in Säcke abzufüllen, um so mehr Streugut auf Lager zu haben, so Schwerdle. Doch für diesen Winter braucht die Gemeinde kurzfristig Nachschub. Diesen hat sie nun bestellt - für den doppelten Preis wie üblich. «Der Preis ist eigentlich nicht mehr akzeptabel», sagt Schwerdle.

Nicht nur weil sich die Lager schneller leeren als geplant, auch sonst wird in Röthenbach sparsam gestreut. «Wir streuen prinzipiell immer die Strecke, die der Schulbus fährt und außerdem an Steigungen», sagt der Röthenbacher Bauhofleiter Josef Führer. Dass sich Menschen in Röthenbach über schlecht gestreute und somit glatte Straßen beschweren, komme jedoch nur sehr selten vor.

Auf gut gefüllte Salzlager blickt dagegen Bauhofleiter Toni Spähnle in Oberstaufen. Von dort bezieht auch Stiefenhofen sein Streusalz. Erst vergangene Woche hat er noch eine Lieferung bekommen. Zwischen 300 und 400 Tonnen Streusalz haben diesen Winter schon seine Lager verlassen. «Wir versorgen neben Oberstaufen und Stiefenhofen auch einige Kreisstraßen im Oberallgäu», sagt Spähnle.

Quelle: all-in.de

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