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Abschlussveranstaltung CVC-Leitprojekt mit dem Mercedes-Benz Econic NGT


Reduzierung CO2 im Abfallsammelbetrieb - Abschlussveranstaltung CVC-Leitprojekt mit dem Mercedes-Benz Econic NGT - Interview mit Bülent Akgöl

Pressemitteilung zur CVC-Veranstaltung „Kommunaler Klimaschutz - Potenziale für die Reduktion des CO2-Ausstoßes im Abfallsammelbetrieb und im regionalen Verteilerverkehr - am 17. Juli 2015 in Speyer

„Klimaschutz als Herausforderung und Chance für Betreiber kommunaler Schwerlastflottenund Logistiker im regionalen Verteilerverkehr“ ist das Motto der Abschlussveranstaltung für das von der TU Kaiserslautern begleitete Leitprojekt des Commercial Vehicle Clusters in Speyer. Im Fokus standen neben den Bestandsfahrzeugen der Stadtwerke Speyer besonders der Einsatz des neuen Euro 6 Gas Econic NGT als Fahrzeug für den – nicht nur - kommunalen Flotteneinsatz.

Ein Umstieg auf alternative Antriebssysteme wie CNG (compressed natural gas, komprimiertes Erdgas) ist dann sinnvoll, wenn dahinter ein Geschäftsmodell steht, das mittel- und langfristig Kostenvorteile bringt. Neben den Kosten sind bei der Entscheidung für neuartige Antriebssysteme aber zunehmend Argumente des Umweltschutzes von besonderer Bedeutung. Die Stadt Speyer stellt zusammen mit ihren Stadtwerken unter Beweis, dass sich der umfassende Einsatz für den kommunalen Klimaschutz unter Einbeziehung der regionalen Mobilität auszahlt.

SAUBER RECHNET SICH - ERDGAS-LKW SIND AUF DEM VORMARSCH. IHR REVIER IST DER NAH- UND REGIONALVERKEHR.

Zunehmend höhere Anforderungen an die Luftreinhaltung führen schon heute zu Fahrverboten in Ballungsräumen. Ohne emissionsarme Fahrzeuge kann dann die Abfallentsorgung und regionale Belieferung von Innenstädten nicht mehr sicher gestellt werden. Aktuell hat nun die EU-Kommission Deutschland zudem ein 23-seitiges Mahnschreiben geschickt, da aus Sicht der Kommission Deutschland seine Pflicht zur Luftreinhaltung in den Innenstädten nicht erfüllt. Hierbei geht es vor allem um die Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwertes (NO2).Hierzu schlägt die EU das Verbot von Dieselfahrzeugen in einigen städtischen Gebieten vor und fordert die Abschaffung der steuerlichen Anreize für Dieselfahrzeuge (FOCUs-Online 07.07.2015).

Ein dickes „Plus“ für den neuen Econic NGT (Natural Gas Technology). Herzstück des Econic NGT ist der auf Basis der modernen Motorenbaureihe 936 entwickelte 6-Zylinder- Reihenmotor mit 7,7 Litern Hubraum, 222 kW und einem maximalen Drehmoment von 1200 Nm. SCR-Katalysator, AdBlue und Partikelfilter sind nicht mehr notwendig. Das belegen die folgenden Fakten: Bei der Nutzung von Erdgas stößt der Econic NGT kaum Feinstaub und Rußpartikel aus. Zudem entsteht beim Verbrennen von Erdgas rund 20 Prozent weniger CO2 pro KWh. Bei der Nutzung von Biogas fällt die Kohlendioxid- Bilanz sogar neutral aus.

Die Erhöhung des Wirkungsgrads im Vergleich zur bewährten Baureihe entsteht unter anderem durch eine neue Verbrennungs- und Abgasnachbehandlungsstrategie. Zusätzlich sorgt ein Allison 6-Gang-Automatikgetriebe mit neuer FuelSense-Technologie® für Effizienzsteigerung, indem es das Schalten komfortabler macht und den Fahrer beim sicheren Manövrieren des Fahrzeugs in der Innenstadt unterstützt.

Die Geräuschentwicklung des neuen Econic0 unterschreitet die gesetzlich erlaubte Grenze und verfügt über das Potenzial zur Erlangung von Gütesiegeln für besonders geräuscharme Fahrzeuge.

Die Verwendung von gewichtsoptimierten Stahl-Komposit-Gasflaschen leistet einen wichtigen Beitrag zu noch mehr Wirtschaftlichkeit: Der neue Econic NGT erzielt gegenüber seinem Vorgängermodell einen Nutzlastgewinn von bis zu 400 Kilogramm.

AUSGANGSPUNKT HALBIERUNG CO2-AUSSTOSS

Die CO2-Halbierung war zum Projektstart 2012 das ambitionierte Ziel der CVCProjektpartner. Durch die Kombination aus neuer Antriebstechnologie,Nutzlastoptimierung des Gesamtfahrzeugs, Effizienzmaßnahmen am Aufbau und an der Schnittstelle zum Fahrzeug, Einsatz von Assistenzsystemen sowie Fahrerschulungen ist das gesetzte Ziel erreichbar.Nicht nur die Vorbildfunktion, die Kommunen im Rahmen der städtischen Mobilität einnehmen, sondern auch steigende Treibstoffpreise hatten die Stadtwerke Speyer und die Clusterpartner dazu bewegt, sich mit treibstoffsparenden Technologien auseinanderzusetzen. In Deutschland sind allein rund 14.000 Abfallsammelfahrzeuge eingesetzt, die pro Jahr 274 Mio. Liter Diesel verbrauchen - ein großes Potenzial für CO2- und Feinstaub-Reduzierung schon bei der kommunalen Entsorgungsflotte.

Die Fahr- und Arbeitszyklen der Fahrzeuge wurden von der TU Kaiserslautern in einem Simulationsmodell berücksichtigt und mit den im Abfallsammelbetrieb erfassten Messwerten aus Speyer verglichen und validiert. Die Abbildung des Abfallsammelbetriebes in einem Simulationsmodell bietet den Vorteil, dass verschiedene Fahrzeuge unter exakt gleichen Randbedingungen bewertet werden können und der Einfluss einzelner Komponenten wie Aufbau, Getriebe, Motor etc. sichtbar wird.Das Projekt führte zu statistisch fundierten Kenntnissen der realen Leistungsanforderungen und Einsatzzyklen im Abfallsammeleinsatz, die für eine optimierte Fahrzeugauslegung genutzt werden können. Die bei FAUN vorhandenen Erfahrungen zeigen, dass bei Fahrzeugen mit CNG-Antrieb die Drehzahlen von Fahrzeugmotor, Nebenantrieb und Pumpen im Aufbau noch besser als bei Dieselmotoren abgestimmt sein müssen, damit Einspareffekte erzielt werden können. Die realen Messdaten wurden in Kooperation mit den Stadtwerken Speyer und deren Abfallwirtschaftsbetrieb erhoben.

STANDARDISIERTER KRAFTSTOFFVERBRAUCHSTEST FÜR DEN VERGLEICH VON FAHRZEUGEN UND AUFBAUTEN VERSCHIEDENER HERSTELLER SOWIE ALTERNATIVER ANTRIEBSARTEN UNERLÄSSLICH

Die heute verwendete Vergleichsgröße Liter pro gefahrenem Kilometer im Abfallsammeleinsatz ist nicht aussagekräftig. Eine Bezugsgröße wie „Liter Kraftstoff pro Tonne eingesammelter Reststoff“ oder „g Gas pro Tonne Reststoff“ oder „kWh pro Tonne Reststoff“ ist besser geeignet, um die Effizienz des Fahrzeugs zu bewerten. Eine standardisierte Verbrauchsgröße, an der in Normungsgremien gerade gearbeitet wird,würde auch Eingabeparameter für ein Expertentool liefern, das im Rahmen des CVCLeitprojekts von der ITK Engineering AG entwickelt wurde. Es soll die Entscheidungsfindung bei der Beschaffung von Fahrzeugen für den Abfallsammelverkehr erleichtern. Bei Vorlage der Normzyklen und entsprechender Erweiterung um individuelle Geodaten und Abfallsammeltouren kann das Tool einen wertvollen Hinweis für die kommunale Ausschreibung von Abfallsammelfahrzeugen liefern.

Heute ist eine fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnung für Fahrzeuge mit technologisch neuen Antriebsarten oder hybriden Aufbauten kaum möglich und führt dazu, dass sich sowohl Kommunen als auch Logistiker im Regionalverkehr bei der Beschaffung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben schwer tun.

Eines hat das CVC-Leitprojekt aber deutlich gezeigt: wenn die Luft in Städten wieder sauberer werden soll, führt kein Weg an alternativen Antrieben vorbei. Der Erdgasantrieb ist eine ausgereifte Technologie, mit der Kohlendioxid und Feinstaub wirksam reduziert werden können.

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