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56. NordBau erstmals mit einem „langen Freitag“

Die NordBau 2011 wird vom 8. bis 13. September 2010 wiederum Treffpunkt der nordeuropäischen Baufachwelt sein. Bereits zum 56. Mal ist Neumünster Gastgeber dieser Leistungsschau.

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Dirk Iwersen, Geschäftsführer der Holstenhallen GmbH, informierte kürzlich über den  Stand der Vorbereitungen der bedeutendsten nordeuropäischen Fachmesse für Hersteller und Händler von Baumaschinen, Baustoffen und Nutzfahrzeugen.

Herr Iwersen, der im jährlichen Rhythmus stattfindenden NordBau kommt vor allem im Baumaschinenbereich 2011 eine besondere Rolle zu. Sie gilt als bundesweit größte Leistungsschau dieser Branche. Welche Auswirkungen hat das auf die gesamte Ausstellung rund um die Holstenhallen?

Iwersen: Wir sind uns zwar dieser Bedeutung für die Baumaschinenhersteller und Händler bewusst, sehen aber unsere Messe als Tribüne für die gesamte Baubranche. Deshalb möchte ich keinen Bereich hervorheben. Wir haben uns in den vergangenen Jahren als bedeutendste Baufachmesse Nordeuropas entwickelt und haben uns vor allem, was den deutschen Markt anbelangt, als Treffpunkt der norddeutschen Baubranche in den Terminkalendern der Fachleute und Besucher etabliert. Wir bieten in Neumünster – wie in jedem Jahr die Basis für eine „Messe zum Wohlfühlen“. Der Slogan „Hier redet man miteinander“ ist bereits zu einem Schlagwort in der bundesweiten Presselandschaft geworden. Dafür lohnt es sich immer wieder, als Gastgeber die notwenigen Voraussetzungen zu schaffen.

Die Statistik über Aussteller und Besucher zeigt, dass die Zahlen sich in den vergangenen Jahren stabilisiert haben.  Rechnen Sie auch 2011 wieder mit einem ähnlichen Ergebnis?

Iwersen: Wir sind keine Zahlenfetischisten und verkünden „um jeden Preis“ immer neue Aussteller- oder Besucherrekorde. Zunächst legen wir Wert auf den schon oben genannten Wohlfühlfaktor. Wenn dann letztendlich die Zahlen stimmen, hat ein Rädchen ins andere gegriffen. Wir gehen davon aus, dass die NordBau 2011 gut ausgelastet sein wird und dass über 900 Aussteller aus dem In- und Ausland unseren „Markplatz der Innovationen“ nutzen werden. Auf 69 000 Quadratmetern im Freigelände und über 20 000 Quadratmeter Hallenfläche erwarten wir rund 70 000 Besucher.

Sie betonten im vergangenen Jahr, dass Wachstumsraten wie vor der Rezession erst wieder 2012 wirksam würden. Wie schätzen Sie nach neustem Kenntnisstand die Lage der Bauwirtschaft ein?

Iwersen: Allgemein gesehen dürfte die Bauwirtschaft – das trifft auch auf Nordeuropa zu – die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise weitgehend überwunden haben. Doch hinkt ja bekanntlich die Baubranche der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung etwa zwei Jahre hinterher. Während die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes 2010 insgesamt ein Umsatzplus von zwölf Prozent verbuchten, sind die Umsätze im Bauhauptgewerbe sogar um ein Prozent gesunken. Und für dieses Jahr werden bestenfalls stabile Umsätze auf Vorjahresniveau erwartet. Dennoch bin ich optimistisch, dass sich die bauwirtschaftliche Situation in Deutschland weiterhin stabilisiert. Und ich denke, dass sich das auch positiv auf die NordBau 2011 auswirken wird.
 
Großbauprojekte sind in die negativen Schlagzeilen der Medien geraten. Das trifft auch auf die Fehmarnbelt-Querung zu. Wird sich das Thema auf der Nordbau widerspiegeln?
Iwersen: Selbstverständlich. Allein die Tatsache, dass sich ein modernes Verkehrsnetz in Nordeuropa auf die Geschäfte auswirken wird, ist Grund genug, darüber zu diskutieren. Zum Thema Straßenbau und Verkehrsprojekte wird es während der Messe Seminare und Fachvorträge geben. Grundsätzlich bin ich mit den Experten einer Meinung, dass in Deutschland vor allem ein Reformbedarf bei der Umsetzung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für solche Bauprojekte besteht. Wichtig ist, dass die einmal gegebenen Baugenehmigungen umgesetzt werden und nicht im Nachhinein durch Proteste und Gerichtsverfahren der Baustart verzögert wird. Aber vielleicht sieht man das in Nordeuropa auch ein bisschen gelassener.

Meinen Sie damit die kürzlich erfolgte Entscheidung der Dänen einen Tunnel unter den Fehmarnbelt zu bauen?

Iwersen: Ja. Wie unsere Nachbarn an ein solches Jahrhundertprojekt herangegangen sind, ist beispielhaft. Die Ängste und Sorgen der Bürger konnten weitestgehend beseitigt werden, so dass kürzlich die Weichen für den Bau eines rund 18 Kilometer langen Ostsee-Tunnels nach Deutschland gestellt werden konnten. In Kopenhagen stimmten sieben von acht Parlamentsfraktionen einem entsprechenden Bauvorschlag des Verkehrsminister Hans Christian Schmidt zu, der wahrscheinlich in diesem Jahr Gast der NordBau sein wird. Er stellte sich ebenfalls erstmals eindeutig hinter Pläne für einen Absenktunnel zwischen Puttgarden auf der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn und dem dänischen Rødby auf Lolland. Dieser politischen Absichtserklärung der Fraktionen muss jetzt noch das Kopenhagener Folketing vor dem 2014 geplanten Baustart endgültig zustimmen. Ich bin sicher, dass die NordBau in den kommenden Jahren dieses Großprojekt direkt vor „ihrer Haustür“ begleiten wird. Allein die Fertigung und das Versenken der Betonfertigteile für den Tunnel dürfte eine spannende ingenieurtechnische Leistung werden.

Wie Sie in einem Gespräch betonten, nimmt auch 2011 die nachhaltige Planung, Gestaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden  quer durch die Baustoffbranche eine wichtige Rolle während der Messetage ein. Auch Energieeffizienz steht bei Ausstellern und Besuchern hoch im Kurs...

Iwersen: Das sind Top-Themen zur kommenden NordBau. Sie spielten bereits in der Vergangenheit eine große Rolle und werden auch künftig die Ausstellungen begleiten. Wie wir bereits im Vorfeld der 56. Fachmesse erfahren haben, kommen neben Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung immer mehr soziale, aber auch gesundheitliche Aspekte bei der Wahl des Baustoffes zum Tragen. Alles das gehört zum Wohlfühlen im Haus. Einige Aussteller zeigen konkrete Objekte, die diese Themen umfassen und publikumswirksam darstellen. Sie versprechen spannende Messetage für Fachleute und Besucher.

Mit der Bekanntgabe von Neuigkeit waren Sie im Vorfeld der bisherigen Messen immer äußerst sparsam. Trifft das auch diesmal zu?

Iwersen: Das ist nach wie vor Sache der Aussteller, ihre Neu- und Weiterentwicklung vor Messestart zu publizieren. Verraten kann ich Ihnen aber eine Neuerung in der Organisation der NordBau. So wird es während der Messetage im September erstmals einen „langen Freitag“ geben. Bis 20 Uhr werden die Tore geöffnet sein. Aussteller und Verbände haben diesen Wunsch geäußert. Geplant sind für den Freitagabend gerade im Servicebereich einige Aktionen – wir sind sicher, dass auch diese „Spätschicht“ sehr erfolgreich sein wird. 

www.nordbau.de

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