Kommunen

1.Internationaler Fachkongress „Kommunale Kooperation“

unter dem Motto „Kooperative Ökonomie - Es geht nur gemeinsam“ fand in Gießen statt

Der Genossenschaftsverband hatte zum 1. Internationalen Fachkongress „Kommunale Kooperation“ unter dem Motto „Kooperative Ökonomie - Es geht nur gemeinsam“ in die Gießener Kongresshalle geladen und rund 300 Gäste, darunter 80 Bürgermeister aus ganz Deutschland, waren der Einladung gefolgt.

Schwimmbäder und Bibliotheken müssen schließen, kleine Ortschaften stehen ohne eine  Einkaufsmöglichkeit da, von ausreichend Kindergartenplätzen ganz zu schweigen: die Ursache ist schnell festgestellt - die Kommunen haben leere Kassen. Eine Lösung für die schwindenden kommunalen Dienstleistungen und Infrastrukturen zu finden dauert da schon etwas länger. Ein Bündnis von Bürgern, örtlicher Wirtschaft und Kommunen soll Abhilfe schaffen.

Am besten geht dies laut Professor Wolfgang George vom genossenschaftlichen Gründungs- und Kompetenzzentrum GenoPortal in Form von Genossenschaften. Der einzelne Bürger fühle sich als Mitglied einer Genossenschaft eingebunden und zeige größeres Interesse und Engagement an einem Projekt als sonst.

Als Bau-, Wohn- und Bankgenossenschaften ist diese Gesellschaftsform bereits bekannt und bewährt.

Zukünftig könnten sie auch für den Erhalt der Gesundheits- und Pflegeversorgung, Schulen und Kindergärten, Ent- und Versorgung sorgen und als Sozial- und Kulturgenossenschaften dienen und zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität in den Regionen beitragen. George berichtete, dass im Raum Wetzlar bereits eine Grundschule genossenschaftlich betrieben werde, ähnlich einer Privatschule.

Dass Genossenschaftsgründungen boomen, weiß auch Martin Bonow, Vorstand des Genossenschaftsverbandes, zu berichten. In den vergangenen zwei Jahren wurden in 13 dem Verband angeschlossenen Bundesländern 150 genossenschaftliche Neugründungen verzeichnet.
Auch wenn es immer wieder Vorbehalte gegen Kooperationslösungen gebe, so seien diese nicht mehr zeitgemäß, sagte Professor Gunnar Schwarting, Geschäftsführer des Städtetages Rheinland-Pfalz. Auch für Pohlheims Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer ist die genossenschaftliche Lösung derzeit alternativlos.

Im Rahmen des Kongresses wurde auch der GenoPortal Award 2010 für vorbildliche Projekt-Ideen verliehen. Ausgezeichnet wurden auch heimische Initiativen. Der dritte Preis ging an die Bürgergenossenschaft Mücke zum Erhalt ihres Hallenbades, nach Preisträgern in Hannover und Magdeburg.

Ein weiterer GenoPortal Awart ging an die „Lokale Agenda 21“ in Gießen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsam ein lebenswertes Gießen zu gestalten nach dem Motto „Global denken- lokal handeln“. Projekte sind etwa „Wohnen für Generationen“ und die Ausrichtung des Kunstspectaculums „Fluss mit Flair“. Ausgezeichnet wurde auch die „Wohnbau Genossenschaft Gießen“, die die ehemaligen US-Wohnsiedlungen erworben hat und dort nun sowohl bezahlbaren Wohnraum schaffen, als auch einen ganzen, für alle Altersgruppen attraktiven, Stadtteil schaffen will. Ebenso erhielt die Auszeichnung das Photovoltaik-Projekt „Sonnenland eG“ in Buseck, das für Energieversorgung bei optimalem Umweltschutz steht.

Quelle: www.giessener-zeitung.de

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