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11. März 2016

Wurzelrodungen – eng, enger, Innenstadt

Wurzelrodungen – eng, enger, Innenstadt

Sind in einer Innenstadt Wurzelstumpen aus dem Boden zu entfernen, geht es meist extrem eng zu. Das Wurzelwerk ist dort oft von gepflasterten Wegen, Asphaltflächen oder Kantensteinen umgeben, die nicht beschädigt werden dürfen. Es kommen nicht viele Methoden infrage, mit denen sich eine Wurzelrodung unter diesen Umständen durchführen lässt. Die Firma Anetzberger Gartengestaltung und Floristik aus dem niederbayrischen Hauzenberg setzt dafür das Baggeranbaugerät Wurzelratte ein. Ein Beispielbericht aus der Fußgängerzone.

In der Hauzenberger Fußgängerzone sollten drei Linden gefällt und die Stubben anschließend gerodet werden. Die Bäume waren zuletzt zu groß geworden und zudem hatte der heruntertropfende Honigtau gestört. Die Stadt beauftragte die Firma Anetzberger Gartengestaltung und Floristik, die Wurzelstöcke mit je ca. 30 Zentimetern Durchmesser im Anschluss an die Fällung zu entfernen und neue Bäume zu pflanzen. Die Stubben saßen jeweils in einem Baumbeet von etwa 1,8 Metern Durchmesser. Diese waren von Gitterrosten bedeckt, um den baumnahen Bereich vor dem Betreten durch Passanten zu schützen. Willi Anetzberger, Geschäftsführer des Gartenbauunternehmens, setzte für diesen Auftrag seinen 3,2- Tonnen-Bagger und die daran angebaute Wurzelratte ein. Der Landschaftsgärtner berichtet: „Die Wurzelratte hat genau die richtige Größe, um zwischen den Einfassungen im Baumbeet zu roden.“ Denn die Zwischenräume zwischen Stock und Einfassung, auf denen die Baumscheiben aufliegen, waren sehr eng und deshalb war es schwierig, am Stubben anzusetzen. Die Schabetechnik, die mit dem Spezialwerkzeug zum Einsatz kommt, erlaubte es Anetzberger jedoch ohne Weiteres die Wurzelstöcke Stück für Stück zu zerkleinern. So wurden die Wurzeln vollständig an die Oberfläche befördert, ohne Risiko die Einfassung oder das Großpflaster rundherum zu beschädigen.

Die handliche Größe der Wurzelratte ist nicht nur beim Roden, sondern auch beim Transport von Vorteil: Das Spezialwerkzeug passt in den Kofferraum eines Pkw, kann zum Einsatzort getragen und dort mittels Schnellwechseladapter an den Bagger angebaut werden.

Wurzelratte schont Bagger und Umfeld

Rodungen sind auch außerhalb von Fußgängerzonen kein einfaches Geschäft. Vor der Anschaffung der Wurzelratte hatte Anetzberger Rodungsaufträge entweder abgelehnt oder hilfsweise mit einem Baggerlöffel erledigt. Die Versuche den Stubben damit aus dem Boden zu ziehen, kamen einer wahren Belastungsprobe gleich – sowohl für seinen kleinen 3,2-Tonnen-Bagger des Typs Kubota KX91 als auch für das direkte Umfeld, wie Asphalt oder Pflaster. Anetzberger: „Im Vergleich zum Reißen mit dem Löffel lastet beim Abschaben mit der Wurzelratte deutlich weniger Spannung auf dem Bagger.“ Darüber hinaus bestand mit dem Baggerlöffel immer das Risiko, dass sich ein Zahn des 40 Zentimeter breiten Löffels an der Einfassung des Baumbeets verfängt und den Baggerarm verzieht. „In einer halben Stunde ist ein Stubben von etwa 30 Zentimetern Durchmesser komplett mit Seitenwurzeln gerodet. Presseinformation 2 Mit einem Baggerlöffel dauerte das Ganze schon allein deshalb deutlich länger, weil vorab um die ganze Rodungsstelle herum freigegraben werden muss“, so Anetzberger. Die Arbeiten mit der Wurzelratte sind also nicht nur deutlich schonender für Werkzeug und Bagger, sondern gleichzeitig auch wesentlich schneller.

Neupflanzungen sofort möglich

Da bei den Arbeiten in der Fußgängerzone eine Neupflanzung anstand, war für Anetzberger auch keine Alternative, die Lindenstubben mit einer Wurzelfräse zu entfernen. „Beim Fräsen vermischt sich das gehäckselte Wurzelholz mit der Erde. Das Gemisch hätten wir dann komplett austauschen müssen“, erklärt der Landschaftsgärtner. So konnte das Team einfach die Holzstücke mit der Hand aufsammeln und gleich im Anschluss mit der Neupflanzung beginnen. Das mit der Wurzelratte zerkleinerte, saubere Wurzelholz ließ sich anschließend sogar in seiner Hackschnitzelheizung verwerten. Seit Anetzberger die Wurzelratte besitzt, muss er nicht mehr überlegen, ob er Rodungen durchführt. Egal, ob es eng ist oder nicht – damit ist er bestens für solche Aufträge gerüstet.

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